Benz, Martin. Wenn der Glaube nicht mehr passt. Ein Umzugshelfer. Neukirchen-Vluyn: Neukirchner Verlagsgesellschaft. 207 S. Hardcover: 18,00 €. ISBN: 978-3-7615-6862-0

„Das Buch soll dabei helfen, den Glauben weiterzuentwickeln … vor allem dann, wenn die bisherigen Glaubensüberzeugungen nicht mehr passen“ (S. 9). Martin Benz stellt dabei sein eigenes Leben voran: zunächst seine Begeisterung für Bibel und Gebet, gekoppelt mit einem geistlichen Leistungsdruck, Erfahrungen mit der Wort-des-Glaubens-Bewegung, Zungenreden, Prophetie usw. Nach seinem Theologiestudium in Basel gründete er in dieser Stadt die Vineyard-Gemeinde. Als Pastor wurde ihm auf prophetischen Konferenzen immer wieder zugesagt, dass er einen Heilungsdienst entwickeln würde und Gott Zeichen und Wunder durch sein Leben vollbringen würde, aber nichts geschah. „Aber als ich nach zehn Jahren Bilanz zog, musste ich ernüchtert feststellen, dass ich persönlich noch nie  eine nachweisbare Heilung oder ein Wunder erlebt hatte“ (S. 29). Verstörende Erfahrungen mit sogenannten Heilungsevangelisten taten ein Übriges. Nach 20 Jahren Ehe verließ ihn auch noch seine Frau. Er war verzweifelt, zerbrochen, betete intensiv und zweifelte gleichzeitig am Sinn des Gebets. Seine Gemeinde entschied sich aber, dass er als Pastor bleiben durfte. Auf einem langen Weg fand er auch wieder inneren Frieden – aber wodurch?

Einerseits halfen ihm ein erfahrenen Therapeut in vielen Sitzungen, andererseits aber auch Theologen wie Thorsten Dietz, Tobias Feix, Michael Diener, Rob Bell, Siegfried Zimmer durch ihre Bücher. 1 In seinem eigenen Buch will Benz nun Lösungsansetze aufzeigen – aber nicht durch Hinterfragen pfingstlerischer Lehren, nicht durch eine historisch-biblische Theologie, die sich an der Heilsgeschichte orientiert, sondern durch Umdeuten biblischer Inhalte mit Hilfe der kritisch-modernen Bibelwissenschaften. Er fragt: „Gibt es andere Wege, die Bibel zu lesen und zu verstehen, als ein fundamentalistisches Bibelverständnis? … Können wir das Geschehen am Kreuz auch noch anders deuten als eine Genugtuung für einen zornigen Gott?“ (S. 42)

Wesentlichster Punkt ist sein neues Bibelverständnis. Deshalb karikiert er mit groben Beispielen den „fundamentalistischen“ Bibelglauben, den er jetzt ablehnt, und hinterfragt die Wahrheit der Bibel: „Hat es Adam und Eva historisch wirklich gegeben? Gab es eine weltweite Flut?“ (S. 73) Nach seiner neuen Einsicht geht es nicht darum, ob die Geschichten wahr sind, sondern welche „göttlichen Wahrheiten“ die Geschichten erzählen. Weiter setzt er sich mit dem Gottesbild, mit Ethik und Moral, auch Sexualmoral, auseinander. Er behauptet: In seiner Beziehung zu den Menschen, auch zu Homosexuellen, sei Gott „immer wieder bereit, seinen Willen zu verändern oder anzupassen“ (S.171). Dieser Gott ist aber nicht mehr der Gott der uns in der Bibel vorgestellt wird, sondern der, seiner Theologie. Trotzdem behauptet Benz immer noch, „dass die Bibel Gottes inspiriertes Wort ist und alles, was wir darin lesen, dort absichtlich steht“ (S. 88 kursiv vom Autor). Was er gut gemeint daraus macht, führt manche Leser vielleicht dazu, „das Leben ganz neu zu feiern“ (S.196), entfernt sie aber von „der Kraft wahrer Gottesfurcht“ (2Tim 3,5 NeÜ).