Wie man die junge christliche Generation indoktriniert

V.Hamp, J.Krupinski, A.Schlüter, S.Werner (Hrsg.) glauben, lieben, hoffen. Grundfragen des christlichen Glaubens verständlich erklärt. Witten:  SCM R.Brockhaus 2021 288 S. Paperback: 19,99 €. ISBN: 978-3-417-26905-5.

Hier versuchten 13 Autoren, 103 Grundfragen des christlichen Glaubens zu beantworten, die angeblich von Jugendlichen gestellt werden. Nachdem ich mich durch dieses Buch hindurchgequält hatte, blieb die Frage: Welche Leute lassen die Verantwortlichen in der FeG und dem BefG auf ihre Jugendlichen los? Es sind Pastoren und Pastorinnen, ein Referent und ein Professor, die die Bibel lieben und Jesus folgen würden. Aber das Buch atmet trotz einiger guter Beiträge insgesamt den Geist bibelkritischer Theologie, garniert mit (meist unnötigen) hebräischen und griechischen Begriffen. Der größte Teil der Auflage (der jetzt keine mehr folgen soll) ist offenbar an die beiden Jugendwerke der Baptisten und der Freien evangelischen Gemeinden gegangen.

Nachdem der Verlag das Buch im Juli 2021 nach mancherlei Schwierigkeiten und etlichen Überarbeitungen veröffentlicht hatte, begann die Diskussion. Der erste, dessen Rezension vom 10. September 2021 vielfältig kopiert und bestätigt wurde, war Dr. Markus Till: „Glauben lieben hoffen – aber was? Eine traurige Rezension zu einem aufwühlenden Buch.“ Er zeigt, dass vor allem die Ausführungen zur Bibel und zum Sühnetod unseres Herrn weder dem biblischen Selbstverständnis noch der Glaubensbasis der Deutschen Evangelischen Allianz entsprechen.

Am 16. September veröffentlichten zwei der Herausgeber (offenbar unter Druck) eine Stellungnahme auf der Homepage der FeG, dass sie einer Fehleinschätzung unterlegen waren. „Unser Versuch, mit unterschiedlichen theologischen Ansätzen ein gemeinsames Buch zu verfassen, hat nicht funktioniert.“ https://feg.de/gfbl-zum-buch-glh/. Beim Bundestag am 25.9. hat einer der Beteiligten noch einmal auf diese Stellungnahme verwiesen und für die Verunsicherung, die das Buch bei einigen ausgelöst hat, und für den dadurch entstandenen Vertrauensverlust um Vergebung gebeten.

https://theoblog.de/nochmal-glauben-lieben-hoffen/37220/. Am 27.9. nahmen die FeG-Pastoren Matthias Mockler und Matthias Lohmann in ihrem Podcast trotzdem sehr scharf zu dem Buch Stellung. Nach ihrem Urteil verleugnet es die Kernsubstanz des christlichen Glaubens. Außerdem wimmelt es von irreführenden und falschen Aussagen. Viele Jugendliche werden es verunsichert lesen, weil es ihnen immer noch von Vertrauenspersonen empfohlen wird.

http://biblipedia.de/2021/10/28/keine-schoepfung-im-buch-glauben-lieben-hoffen/
Dr. Reinhard Junker kritisiert am 28.10., dass nach den Kapiteln 9 und 10 im Buch überhaupt keine göttliche Schöpfung stattgefunden hätte, und erklärt, wie sich unser Glaube an den Schöpfer sehr wohl mit echten naturwissenschaftlichen Erkenntnissen verträgt.

Von baptistischer Seite im Bund evangelisch-freikirchlicher Gemeinden ist keine kritische Stellungnahme zu finden. Deren Gemeindejugendwerk bewirbt das Buch ausdrücklich und zitiert es nur positiv, ausdrücklich auch solche Sätze: Um die Sünde der Menschen hinweg zu nehmen, braucht Gott eigentlich kein Opfer und keinen Geopferten. – So wird das Sühnopfer unseres Herrn in Frage gestellt.

Kommentare (2)

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Puh, gut dass Du diese Stellungnahmen zusammengestellt hast. Es ist traurig zu sehen, wie nicht nur die EKD, sondern auch die FEGs etc. die biblischen Grundlagen verlassen haben.

Wulf Bingel
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Bei der FEG gab es zwar einen schwachen Widerruf. Die beiden Herausgeber waren wohl auch nicht an schlechten Artikeln beteiligt. Aber sie haben die Theologie offenbar nicht bemerkt oder wahrnehmen wollen.

Karl-Heinz Vanheiden
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