Messias PlakatWarum habe ich nur zugesagt, diesen Aufsatz zu schreiben, frage ich mich. Es gibt ja schon so viele Bücher über erfüllte Prophetie, über Qumran, über das Leben, die Zeichen, die Wege und das Wiederkommen des Messias, ganz zu schweigen von den zahllosen Aufsätzen, die ich in meiner Bibliothek finde. Soll ich denn wirklich die vielen Texte, die über den Messias im Alten und im Neuen Testament verfasst worden sind, durch einen weiteren Schriftsatz vermehren?

Was mich gereizt hat, ist der Begriff „Christus“, der in unserem Sprachgebrauch ja schon zum Familiennamen für Jesus mutiert ist. Der Christus, Griechisch: ho Christos, ist die Übersetzung des hebräischen HaMeSCHiJaCH und heißt auf Deutsch der Gesalbte.

Im Alten Testament gehörte die Salbung zum Krönungsritual eines Königs. Dem künftigen Herrscher wurde ein speziell zubereitetes heiliges Salböl über den Kopf gegossen. Er wurde zum König gesalbt. Gesalbt hatte man ursprünglich zwar auch das Heiligtum Israels, das Zelt der Gottesbegegnung. Aber das war ein einmaliger Vorgang. Regelmäßig wurde nur noch der jeweilige neue Hohe Priester durch eine Salbung in sein Amt eingeführt, wenn sein Vorgänger gestorben war.

Nun gibt es in der Bibel aber noch viele andere Begriffe, die sich auf den Messias beziehen. Der Messias wird ein König sein, aber auch der Gottesknecht, der Menschensohn, der zweite Adam, ein Prophet wie Mose; er ist der Sohn Davids, der Spross, der gesalbte Fürst, der Erlöser, der Fürst des Friedens usw.

Damit wir nicht die Übersicht verlieren, beschränke ich mich in der Hauptsache auf den Messias- bzw. den Christusbegriff.