Den staatlichen Gewalten will ich mich unterordnen, denn sie stehen im Dienst Gottes (Röm 13,1-7; Tit 3,1; 1Petrus 2,13). Das bedeutet für mich selbstverständlich, dass ich die entsprechenden Gesetze achte, dass ich Steuern und Zoll zahle, dass ich den staatlichen Organen den nötigen Respekt zolle, dass ich Gehorsam leiste und zu jedem guten Werk bereit bin. Es bedeutet für mich außerdem, dass ich täglich für die Staatsbeamten, die ich kenne, bete.
Ich will mich in die von Gott gegebenen Strukturen der Familie einordnen. Für Männer bedeutet das, ihre Frauen so hingebungsvoll zu lieben, wie Christus die Gemeinde liebt. Für Frauen bedeutet es, sich ihren Männern so unterzuordnen, wie sie das dem HERRN gegenüber tun (Eph 5,22-33). Für Eltern bedeutet das, ihre Kinder dem Wesen des HERRN gemäß zu erziehen, dass sie nicht widerspenstig werden (Eph 6,4) und für Kinder bedeutet das Gehorsam und Ehrerbietung den Eltern gegenüber (Eph 6,1-3).

In der Gemeinde will ich mich denen unterordnen, denen Gott eine Aufgabe übertragen hat (1Kor 16,16; 1Thess 5,12-13). Ich will das so tun, wie es die Ehrfurcht vor Christus verlangt und die anderen in geistlicher Demut höher achten, als mich selbst. Ich erkenne an, dass Älteste mir „etwas zu sagen“ haben.

In meinem Beruf will ich mich den Vorgesetzten unterordnen. Ich will ein zuverlässiger Mitarbeiter sein, der Weisungen akzeptiert, nichts unterschlägt und auch launische und verdrehte Vorgesetzte nicht von ihrem Platz verdrängt.
Wenn die von Gott gewollten Autoritäten ihre Stellung nicht missbrauchen, muss Unterordnung eigentlich keine Probleme machen, sonst hätte Gott sie in den genannten Fällen nicht von uns verlangt.

(Die Aufzählung beansprucht allerdings keine Vollständigkeit; sie orientiert sich nur an den Vorkommen des oben genannten Begriffs und den in diesem Zusammenhang erwähnten Schriftstellen.) Doch wir leben in einer sündigen, vom Bösen beherrschten Welt und kommen dadurch immer wieder in Konflikte. Deshalb gilt:

Dem Teufel will ich in jeder Hinsicht Widerstand entgegen setzen (Jak 4,7; 1Petrus 5,9; Eph 6,13). Hier darf es keinerlei Unterordnung geben. Ich will mich nie für seinen Willen gefangen nehmen lassen. Er wird natürlich versuchen, mich vom Willen Gottes wegzubringen. Er wird mich belügen und Gottes Gebote anzweifeln, er wird versuchen mich einzuschüchtern und zu manipulieren. Er ködert mich mit attraktiven Versprechen, lustvollen Begierden, modernen Schlagworten. Doch seine Gedanken sind mir nicht unbekannt (2Kor 2,11). Deshalb will ich wach und nüchtern sein.

Widerstand gegen eine menschliche Autorität ist nur erlaubt, wenn sie von mir verlangt, ein klares Gebot des HERRN zu übertreten (Apg 4,19; 5,29). Ich will mir aber bewusst sein, dass Widerstand gegen eine von Gott eingesetzte Autorität das äußerste Mittel ist, das niemals leichtfertig gebraucht werden darf. Keinesfalls kann ich meinen Eigenwillen damit rechtfertigen, daß ich behaupte, Gott mehr gehorchen zu müssen als den Menschen.

Widerstand gegen eine menschliche Autorität darf nie in Form von Sünde geschehen. Gottes Wort erlaubt mir auch für einen „guten“ Zweck nicht, zu sündigen. Es mag Fälle geben, wo ich nur noch zwischen einem größeren und einem kleineren Übel wählen kann. Doch das sind extreme Ausnahmen, von denen ich keine Regeln für meinen Alltag ableiten kann.