VorwortLesen Sie die >>> Verse 14-19 aus dem 1. Kapitel im 1. Buch Mose.

Mit diesem Vers beginnen die Schöpfungswerke der Füllung. In den ersten drei Schöpfungstagen hatte Gott sozusagen die „Räume“ geschaffen, die er in den nächsten drei Tagen füllt.

So lässt Gott Lichter am Himmelsgewölbe entstehen. Aber gerade diese biblische Aussage macht vielen bibeltreuen Christen heute zu schaffen. Wie kann es sein, dass Gott Sonne, Mond und Sterne erst am vierten Tag erschuf, wo das Licht doch schon am ersten Tag da war? Naturwissenschaftlich lässt sich das nicht erklären. Aber auch die Menschen in früheren Jahrtausenden hätten nicht verstehen können, wie es ein Himmelslicht ohne Sonne geben kann. Wenn es dennoch im Schöpfungsbericht steht, ist dies vielleicht ein kleiner Hinweis darauf, dass nicht Menschen diesen Bericht erfunden haben, sondern dass er durch Offenbarung Gottes entstand.

Aber wie kann es sein, dass Menschen damals Sterne gesehen haben, die nach heutigem Weltverständnis so weit von der Erde entfernt sind, dass ihr Licht Tausende oder sogar Millionen von Jahren braucht, um überhaupt auf der Erde anzukommen?

Aus diesen Grund deuten manche Christen den Schöpfungsbericht so, dass die Bibel hier nicht die Erschaffung der Gestirne berichtet, sondern ihr Sichtbarwerden. Dann müssten sie einerseits aber die riesigen Zeiten samt der Erschaffung des Weltalls doch zwischen Vers 1 und 2 einbauen. Und andererseits müssten sie die klaren Schöpfungsworte des vierten Tages umdeuten (siehe Kasten). Gott wollte, dass die Lichter entstehen (oder „werden“ V. 14, nicht nur „erscheinen“). Er machte sie und setzte sie an das Himmelsgewölbe (V. 16-17, nicht aber: er machte sie nun endlich am Himmelsgewölbe sichtbar).

„Machen“ und „erschaffen“ im Schöpfungsbericht

Ob Gott etwas „macht“ oder „erschafft“ bedeutet im Schöpfungsbericht dasselbe. Gott bringt etwas hervor, was noch nicht da war. Vertreter einer theistischen Evolution deuten das „machen“ oft in einem anderen Sinn, was vom synonymen Wortgebrauch her aber nicht gerechtfertigt ist, wie die Beispiele belegen.

1Mo 2,3: ... ruhte er von all seinem Werk, das Gott geschaffen hatte, indem er es machte .

1Mo 1,21.25: Da schuf Gott die großen Seeungeheuer und Wesen aller Art … Gott machte alle Arten von wilden Tieren …

1Mo 1,16.27: Dann sprach Gott: „Lasst uns Menschen machen als Abbild von uns … Da schuf Gott den Menschen nach seinem Bild …

1Mo 2,4: Es folgt die Fortsetzung der Geschichte von Himmel und Erde, wie Gott sie geschaffen hat. Als Jahwe, Gott, Himmel und Erde machte

Das Problem mit der Lichtgeschwindigkeit

An sich ist die Geschwindigkeit, mit der sich das Licht fortbewegt, kein Problem. Man kann dies mit verschiedenen Methoden messen. Derzeit wird sie mit 299.792.458 Metern pro Sekunde im Vakuum angegeben, also rund 300.000 km/s. Allerdings können wir die Lichtgeschwindigkeit nur als Zwei-Wege-Trip, also hin und zurück, messen. Wir kennen nicht ihre Einweg-Durchgangszeit.

Das Problem entstand dadurch, dass Albert Einstein die Lichtgeschwindigkeit im Vakuum als Naturkonstante eingeführt hat. Er nahm also an, dass sich das Licht in alle Richtungen gleich schnell ausbreitet, ganz egal, ob sich die Lichtquelle auf mich zu oder von mir weg bewegt. Damit wäre das auch die absolute Geschwindigkeitsgrenze für die Übertragung von Energie und Information in unserem Universum.

Das widerspricht zwar allen unseren Erfahrungen mit Geschwindigkeiten im Alltag, aber mit dieser Annahme konnte Einstein einige Schwierigkeiten beseitigen, auf die die Physiker seit Mitte des 19. Jahrhunderts gestoßen waren. Andererseits bescherte uns das gewaltige Umwälzungen in unseren Vorstellungen von Raum und Zeit.

Konstanz der Lichtgeschwindigkeit?

Das Problem besteht darin, dass die Konstanz der Lichtgeschwindigkeit keineswegs bewiesen ist. Sie wurde von Einstein postuliert und dann von anderen akzeptiert. In seinem Buch „Über die spezielle und allgemeine Relativitätstheorie“ bemerkt Einstein: Diese Konvention „ist in Wahrheit keine Voraussetzung oder Hypothese über die physikalische Natur des Lichtes, sondern eine Festsetzung, die ich nach freiem Ermessen treffen kann, um zu einer Definition der Gleichzeitigkeit zu gelangen“[ 1 ]Einstein 1920, S. 15, zit bei Peter Trüb in genesisnet.info..

Durch die Wahl einer anderen Annahme über die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Lichts, er-hält man natürlich eine andere Definition der Gleichzeitigkeit. Der Astrophysiker Dr. Jason P. Lisle nützt diese Freiheit aus und schlägt eine Gleichzeitigkeits-Konvention vor, in welcher der Zeitpunkt der Erschaffung der Sterne mit dem Eintreffen von deren Licht auf der Erde zusammenfällt. In dieser Konvention nimmt die Lichtgeschwindigkeit je nach Ausbreitungsrichtung verschiedene Werte an. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Licht, das sich auf den Beobachter zubewegt, wird unendlich groß, während sich vom Beobachter wegbewegendes Licht nur mit halber Lichtgeschwindigkeit ausbreitet.[ 2 ]Wer sich ausführlicher darüber informieren will, dem sei der kleine Aufsatz über „Lichtkegel-Gleichzeitigkeit“ von Dr. Peter Trüb in genesisnet.info empfohlen. Auch dieses Postulat ist experimentell weder zu beweisen noch zu widerlegen.

Es würde aber genau dem Schöpfungszeugnis der Bibel entsprechen. Das Licht wäre dann gleichzeitig mit der Erschaffung der Sterne auf der Erde eingetroffen und wir müssen nicht mit Milliarden von Jahren rechnen. Die Herausforderung an dieses mögliche Modell liegt allerdings darin, wie es mit den aktuellen kosmologischen Beobachtungen in Einklang gebracht werden kann. Dazu muss noch viel Arbeit geleistet werden.

Bei allen Überlegungen müssen wir uns aber immer darüber im Klaren sein:

„Ein Schöpfungshandeln Gottes kann mit unseren Altersbestimmungsmethoden nie datiert werden, denn die Altersbestimmungen beruhen immer auf irgendwelchen gleichförmigen, regelhaft ablaufenden Vorgängen oder Entwicklungen. Schöpfung aber geht darüber prinzipiell hinaus, hinterlässt jedoch Spuren in unserer Welt. Diese Spuren erlauben aber keine ‚Rückrechnung‘. Somit setzt das Schöpfungshandeln dem forschenden Menschen grundsätzliche Grenzen.“[ 3 ]Dr. Reinhard Junker in genesisnet.info.

 

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