VorwortLesen Sie die >>> Verse 7-17 aus dem 2. Kapitel im 1. Buch Mose.

Gottes Wort offenbart uns zunächst weitere Einzelheiten zur Erschaffung des Menschen, die in Kapitel 1 noch nicht erwähnt wurden, und beschreibt anschließend den Garten, den Gott für ihn vorbereitet hatte. Wenn man allerdings die gängigen Bibelübersetzungen liest, hat man den Eindruck, als ob Gott zuerst den Menschen geschaffen hätte und dann den Garten. Das hängt aber damit zusammen, dass das 2. Kapitel nicht chronologisch berichtet, es wird auch kein eigener Schöpfungsbericht präsentiert,[ 1 ]Eine so lückenhafte „Schöpfungserzählung“ wäre in der altorientalischen Literatur ohne Parallele, denn es fehlen die Himmelskörper, die Erde und das Meer. sondern die Lebensumwelt für den Menschen, der jetzt ins Zentrum rückt.

Die Erschaffung des Menschen

Wie ein Kunsthandwerker formte Gott zunächst den materiellen Teil des Menschen (Leib). Dann hauchte er den Lebensatem (Geist) in sein Gesicht. So wurde der Mensch ein lebendes Wesen (Seele). Es ist immer wieder versucht worden, das Wesen des Menschen mit Geist, Seele und Leib zu beschreiben. Aber die Bibel erklärt zunächst, dass der Mensch eine Seele wurde – in dem Sinn wie man früher sagte: „Das Dorf hat 200 Seelen.“ Andererseits sagt die Bibel auch, dass der Mensch eine Seele hat. So schreibt Paulus

Meisterstück aus Staub und Gottes Geist

1Mo 3,19: Mit Schweiß wirst du dein Brot verdienen, bis du zurückkehrst zur Erde, von der du genommen bist. Denn Staub bist du, und zu Staub wirst du werden.

Hiob 10,8-9: Deine Hände haben mich gestaltet und gemacht, … und jetzt führst du mich zum Staub zurück?

Ps 103,14: Er weiß ja, wie vergänglich wir sind; / er vergisst es nicht: Wir bestehen aus Staub.

1Kor 15,45-48: So steht es auch geschrieben: „Der erste Mensch, Adam, wurde zu einer lebendigen Seele.“ Der letzte Adam jedoch wurde zu einem lebendig machenden Geist.Doch das Geistliche war nicht zuerst da. Zuerst kam das von der Seele bestimmte Leben und dann erst das vom Geist bestimmte.Der erste Mensch stammt von der Erde, vom Staub, der zweite Mensch vom Himmel.

Eph 2,10: In Jesus Christus sind wir Gottes Meisterstück. Er hat uns geschaffen, dass wir gute Werke tun, gute Taten, die er für uns vorbereitet hat, damit wir sie in unserem Leben ausführen.

1Thes 5,23: Er bewahre euch ganz nach Geist, Seele und Leib.

Vielleicht darf man es so formulieren: Durch den Leib (und seine Sinne) hat der Mensch das Weltbewusstsein. Durch die Seele hat er das Selbstbewusstsein, das heißt, er kann sich selbst als Persönlichkeit begreifen. Und durch den Geist hat er das Gottesbewusstsein. Auf der anderen Seite spricht der Apostel Paulus manchmal von nur zwei Bestandteilen des Menschen, dem inneren und dem äußeren Menschen[ 2 ]2. Kor 4,16, Rö 7,22, das heißt dem völlig unsichtbaren inneren und dem sichtbaren äußeren Teil des Menschen.

So hat der innere Mensch vielleicht eine Geist-Seele. Heerscharen von Psychologen versuchen das unsichtbare Wesen des Menschen zu ergründen, das sich zwar in körperlichen Merkmalen wie Mimik, Gestik oder Gehirnströmen äußern kann, aber durch kein Skalpell oder Mikroskop, kein Röntgen- oder Ultraschallgerät und auch durch keine Computertomografie entdeckt werden kann.

Der Name Gottes

Ab Kapitel 2,4 taucht auf einmal die Bezeichnung Jahwe-Gott auf. Vorher war immer nur von Gott (Elohim) die Rede. Doch dieser Wechsel des Gottesnamens, der übrigens auch in antiker Literatur beobachtet wird, ist sinnvoll. Für den Inhalt von Kapitel 1 ist Elohim (Gott) der angemessene Ausdruck, weil dieser Name den Allerhöchsten als Ganzes am Werk zeigt. Die Verwendung von Jahwe („Ich bin, der ich bin“) zeigt die Gegenwart Gottes dem Menschen gegenüber. Die Kombination von Jahwe-Elohim in Kapitel 2 soll erklären, dass Jahwe der Elohim ist, der die Welt erschuf und dass beide Namen denselben bezeichnen.[ 3 ]Nach Junker/Wiskin.

Der Garten Eden

Eden bedeutet so viel wie Wonne. Gott hatte ein Land der Wonne für den Menschen geschaffen. In der ersten griechischen Bibelübersetzung[ 4 ]Das war die sogenannte Septuaginta (LXX), die um 250 v.Chr. in Alexandria entstand. wird Eden mit dem persischen Lehnwort Paradies übersetzt. Dieser Begriff hat sich bis heute durchgesetzt. Das Paradies war wie eine Oase in der Wildnis, denn alle Bäume trugen wohlschmeckende Früchte und wahrscheinlich gab es auch die in Vers 5 erwähnten Feldpflanzen.

Geografisch gesehen wird der Garten irgendwo im Osten lokalisiert in der Nähe der Ströme Euphrat und Tigris. Eine genaue geografische Lage kann aber nicht angegeben werden, 1. weil die anderen beiden Flüsse und das Land Hawila bis heute völlig unbekannt sind; 2. weil Gott später das Paradies für die Menschen unzugänglich gemacht hat und 3. weil durch die Sintflut die Erdoberfläche wahrscheinlich wesentlich verändert wurde.

Genau in der Mitte des Gartens stand der Baum des Lebens. Der Mensch besaß in sich selbst nämlich keine Unsterblichkeit. Solange er Zugang zum Baum des Lebens hatte und in Verbindung mit seinem Schöpfer war, musste er nicht sterben. Ein anderer Baum stand offenbar in der Nähe verschaffte Erkenntnis durch das Essen seiner Frucht. Diese Erkenntnis war erfahrbar. Der Ausdruck „Gut und Böse“ bringt die Dinge, die das Leben schützen oder zerstören, auf eine kurze Formel. An diesem Baum wurde einige Zeit später der Gehorsam unserer Ureltern geprüft.

Das eine Gebot

Vers 15 erwähnt noch einmal, dass Gott den Menschen in den Garten versetze. Seine Bestimmung war, den Garten zu bebauen und zu bewahren. Das Paradies war also kein Schlaraffenland. Arbeit gehörte von vornherein zur Wesen des Menschen und schaffte ihm deshalb große Befriedigung. Er darf kreativ gestalten, Vorhandenes nutzen, Neues schaffen. Andererseits sollte der Mensch die Unversehrtheit des Gartens bewachen[ 5 ]Hier steht dasselbe Wort, das in 1. Mose 3,24 gebraucht wird, wo die Cherubim den Auftrag erhalten, den Zugang zum Garten zu bewachen., also Vorhandenes erhalten, achten und pflegen.[ * ]A. vom Stein, Creatio S. 32

Das erste ausdrückliche Gebot, das Gott dem Menschen gab, beginnt mit einer großen Freigabe. Von allen Bäumen des Gartens durfte der Mensch essen, sooft und so viel er wollte. Es gab nur eine einzige Ausnahme: Der Baum der Erkenntnis vom Guten und Bösen. Wenn der Mensch dieses Gebot übertrat, würde er selbst entscheiden wollen, was gut und böse ist. Er würde sittliche Autonomie beanspruchen, also Selbstständigkeit und Unabhängigkeit von Gott.

Zu dieser Zeit wusste er mit den Begriffen Gut und Böse noch nichts anzufangen. Aber dadurch, dass Gott ihm ein Gebot gegeben hatte, wusste er um eine Grenze, die er nicht überschreiten sollte. Gott wollte, dass der Mensch in Gehorsam und Freiheit mit dieser Grenze lebte. Im Fall des Ungehorsams wurde ihm der Tod angedroht: Sobald du davon isst, musst du sterben (wörtlich: „sterbend wirst du sterben“). Das heißt, im selben Augenblick würde der Mensch geistlich sterben. Und diesen geistlichen Tod würde er auch auf seine Nachkommen übertragen. Weil Gott aber barmherzig ist, würde der körperliche Tod für die Menschen erst viel später eintreten.[ 6 ]Siehe 1. Mose 5,5. Aber von dem Moment an, als der Mensch sich von Gott trennte, war sein physischer Tod unausweichlich.

 

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