VorwortLesen Sie noch einmal die >>> Verse 1-4 aus dem 6. Kapitel im 1. Buch Mose!

In Vers 3 beginnt der Richterspruch Gottes. Sein Geist soll nicht für immer mit diesen sterblichen Menschen … Hier folgt ein hebräisches Wort, das nur einmal in der Bibel vorkommt und bis heute nicht sicher gedeutet werden kann. Es kann „kämpfen“ heißen oder „erniedrigt sein“ oder „bleiben“, wie es meist übersetzt wird. Auf jeden Fall wollte Gott der menschlichen Rasse nicht erlauben, in solcher Sünde weiterzuleben. Aber er gibt ihnen noch eine Gnadenfrist von 120 Jahren.

Manche Übersetzungen beziehen die 120 Jahre auf das Lebensalter. Das ist aber nicht sinnvoll, weil auch nach der Flut Menschen noch viel älter wurden[ 1 ]Die Lebensalter liegen in der nächsten Generation noch zwischen 138 und 600 Jahren (1Mo 11,10-26) und selbst die Erzväter Israels wurden noch 175, 180 und 147 Jahre alt (1Mo 25,7; 35,28; 47,9.27) und Gott ja auch nicht androhte, das Lebensalter zu verringern, sondern die Menschen zu vernichten. Die 120 Jahre beziehen sich eher auf die Zeit bis zur Flut. Das wird auch von Petrus bestätigt:„Damals wartete Gott geduldig auf ihre Umkehr, bis Noah die Arche fertig gebaut hatte.“[ 2 ]1. Petrus 3,20.

Riesen oder nur große Menschen?

In den Märchen und Sagen der meisten Völker kommen Riesen vor. In der griechischen Mythologie heißen sie Titanen und sind selbst Götter. Germanen stellten sich Riesen als übermäßig groß vor. Sie seien Göttern und Menschen feindlich gesonnen. Deshalb führt das Wort Riese in einer deutschen Bibelübersetzung zu einer falschen Vorstellung.

Eigentlich kommt das Wort „Riese“ in der Bibel gar nicht vor. In unserem Text erscheint ein hebräisches Wort, ha-nephilim, das in der griechischen Übersetzung des AT mit hoi gigantes, also „die Riesen“ wiedergegeben wurde. Das hebräische Wort hängt aber mit „fallen“ zusammen und meint eher starke Männer, die über andere herfallen. In der NeÜ wird es deshalb mit „die Gewaltigen“ wiedergeben.

Sehr große Menschen in der Bibel

5. Mose 3,11. Das „eiserne Bett“ von König Og von Baschan war „nach den Ellenbogen eines Mannes“ 9 Ellen lang und 4 breit. Wenn wir hier die kleine Elle mit 40 cm annehmen (im Gegensatz zu der im Heiligen Zelt = 52 cm), ergibt sich 3,60 m Länge und 1,60 m Breite. Gemeint ist wohl sein Sarkophag aus Basalt (= Eisenstein).

1. Samuel 17,4. Goliat aus Gat war 6 Ellen und eine Spanne groß, also 2,78 Meter nach der gewöhnlichen Elle von 45 cm. Sein Panzer wog fast 58 kg, die Spitze seines Spießes fast 7 kg.

1. Chronik 11,23. Ein riesiger Ägypter war 5 Ellen groß, also 2,25 Meter nach der gewöhnlichen Elle.

Diese Gewaltigen lebten damals auf der Erde und auch später noch, als die „Gottessöhne“ Kinder mit den Menschentöchtern hatten. Sie entstammten also nicht unbedingt diesen Ehen. Es waren keine Halbgötter, sondern einzelne außergewöhnlich große Menschen, die Gewaltiges in Kriegen geleistet hatten und vielleicht auch gewalttätig waren, aber jedenfalls sehr bekannt und berühmt wurden.

Als sehr große Menschen werden die Nephilim von Kanaan im Bericht der israelitischen Kundschafter beschrieben.[ 3 ]4. Mose 13,33. In der Bibel kommen in diesem Sinn noch die Anakiter, Emiter und Refaïter vor. In der Lutherbibel werden diese Begriffe meist mit „Riesen“ wiedergegeben, was aber falsche Vorstellungen erzeugt.

Nur von einzelnen, ganz besonders großen Personen, wird in der Bibel ihre außergewöhnliche Größe angegeben (siehe Kasten), die aber maximal bei drei Metern liegt.

Der größte Mensch in der Medizingeschichte, dessen Größe einwandfrei belegt ist, war 2,72 Meter groß. Er hieß Robert Wadlow und lebte von 1918 bis 1940. Er wurde 18 Tage vor seinem Tod in der Fakultät der Washington University in St. Louis vermessen. Bei seinem Tod wog er 199 Kilogramm, an seinem 21. Geburtstag 223 Kilogramm. Aus der Neuzeit werden 34 Menschen aufgezählt, deren Größenangabe ziemlich gesichert ist (zum Teil werden sie auch im Guinnessbuch der Rekorde geführt) und deren Größe über 2,40 Meter liegt.

Außerhalb der Bibel berichten auch andere antike Quellen, zum Beispiel aus Ägypten, von riesigen und gefährlichen Kriegern. Auch der jüdische Historiker Flavius Josephus schreibt im Zusammenhang mit der Eroberung Hebrons von einem Riesengeschlecht, das sich durch Körpergröße und Gestalt von anderen Menschen unterschied. Ebenso erwähnt der griechische Historiker Pausanias riesenhafte Menschen.[ 4 ]Schwaiger S. 144ff. Aber diese Berichte werden von Vertretern naturalistischer Weltanschauungen natürlich alle angezweifelt.

Bemerkenswert sind allerdings einige übergroße Faustkeile, die in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts im Trockengrund eines ehemaligen Sees in der Kalahari-Wüste (Botswana) gefunden wurden. In der Sharon-Ebene bei Kfar Monash in Israel fand man eine riesige bronzezeitliche Speerspitze, die 66 Zentimeter lang und mehr als zwei Kilogramm schwer war. Werkzeuge und Waffen, zum Beispiel riesige Doppeläxte, die nur von sehr großen Menschen verwendet werden konnten.[ 5 ]Hier behaupten Kritiker meistens, dass diese nur zeremoniellen Zwecken gedient hätten.

 

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