VorwortLesen Sie die >>> Verse 5-8 aus dem 6. Kapitel im 1. Buch Mose!

Die Verdorbenheit der gesamten Menschheit kann kaum stärker als mit diesen beiden Dingen beschrieben werden: 1. Ihre Bosheit auf der ganzen Erde war groß. Das heißt, sie begingen sündige, bösartige Handlungen. 2. Ihr ganzes Denken und Streben, das heißt, ihre Vorstellungen, Absichten und Pläne waren immer nur böse.

Gott weiß auch um die Quelle, aus der alles Böse kommt, das den Menschen durchdringt und schließlich zu bösen Taten wird: Es ist sein Innerstes, das Herz. „Aus dem Herzen des Menschen, kommen die bösen Gedanken und mit ihnen alle Arten von Mord, Ehebruch, sexueller Unmoral, Diebstahl, falschen Aussagen, Verleumdungen“, hat Jesus ein paar tausend Jahre später zu seinen Jüngern gesagt.[1]Matthäus 15,19.

Die Sünde durchdrang das Denken, Reden und Tun der Menschen. Diese Feststellung betraf aber nicht nur die Nachkommen Kains, sondern auch die von Set. Es gab nur eine einzige Ausnahme am Ende dieser Zeitspanne: Noah.

Gott beschloss also, die Menschen mit allen Landtieren und Vögeln zu vernichten, sie vom Erdboden wegzuwischen. Er tat das aber nicht im Zorn, sondern mit Kummer und Schmerz. Ihm blutete das Herz, weil er so etwas tun musste. Zweimal kommt der Begriff Reue in diesem Zusammenhang vor. Aber was ist Reue eigentlich?

Reue bei Menschen

Durch Reue zeigen wir, dass wir unseren Fehler einsehen. Allerdings sind manche Menschen nicht fähig, eine Tat zu bereuen, weil sie kein Unrechtsbewusstsein haben oder extrem rechthaberisch sind. Bei anderen wieder ist die Reue unecht, denn sie bereuen erst dann etwas, wenn sie bei einer bösen Tat ertappt worden sind. Sie bedauern aber nicht die Tat selbst, sondern das Ertapptwerden.

Ein Lexikon sagt es so: Reue ist das Gefühl von Unzufriedenheit, Abscheu, Schmerz und Bedauern über das eigene fehlerhafte Tun und Lassen. Sie ist verbunden mit dem Bewusstsein von dessen Unrecht sowie mit dem Willensvorsatz zur eventuellen Genugtuung und Besserung.

Oder so: Reue ist also das nachhaltige Bedauern einer eigenen Schuld wegen einer Tat oder Unterlassung, die ihr Urheber im Nachhinein als verwerflich beurteilt und sich selber vorwirft.

In der Rechtswissenschaft spricht man von tätiger Reue, wenn man eine eigene geplante Straftat verhindert. Das kann sich strafmildernd auswirken.

Reue bei Gott?

Kann Gott in diesem Sinn etwas bereuen? Hat er Fehler gemacht, die er nun korrigieren muss? Zum Propheten Samuel sagte Gott einmal: „Es reut mich, dass ich Saul zum König gemacht habe.“ Aber im gleichen Kapitel sagte Samuel, nachdem er Saul scharf wegen dessen Ungehorsam getadelt hatte: „Gott empfindet keine Reue, denn er ist kein Mensch, dass ihn etwas gereuen müsste.“[2]1. Samuel 15,11.25.

Um das richtig zu verstehen, müssen wir die göttliche und die menschliche Perspektive unterscheiden. Aus unserer Perspektive sieht es so aus, als ob Gott seine Meinung oder Gesinnung geändert hätte. Aber in Wirklichkeit ändert Gott sich nicht, wie es die Bibel wiederholt bezeugt.[3]Maleachi 3,6, siehe auch Jakobus 1,17. Gott bleibt immer derselbe.

Damit wir Menschen ihn aber verstehen, redet die Bibel oft anthropomorph von ihm, das heißt, sie beschreibt sein Verhalten mit menschlichen Verhaltensweisen. Wenn das Wort Reue in Verbindung mit Gott gebraucht wird, bezieht es sich nicht auf eine Veränderung in seinem Wesen oder seiner Haltung, sondern in seinen Handlungen. Sein Handeln ist aber durch die hervorgerufen worden, an denen er jetzt handeln muss.

Es schmerzt ihn aber sehr, wenn er das tun muss. Das ist der Hauptaspekt einer „Reue“ bei Gott. Gott fasst seinen Entschluss ja nicht in unbeteiligter kalter Gleichgültigkeit. Er ist bekümmert, wenn ein Mensch oder die ganze Menschheit versagt, und zwar obwohl er es vorher weiß. Und er entschließt sich, jetzt zu handeln. Das ist der zweite Aspekt des hebräischen Wortes, das im Deutschen oft mit Reue übersetzt wird.

 

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