VorwortLesen Sie die >>> Verse 15 bis 22 aus dem 8. Kapitel im 1. Buch Mose!

Nach dem Befehl, in die Arche zu gehen, kommt jetzt die göttliche Weisung, die Arche zu verlassen. Auch die Tiere sollen in die Freiheit entlassen werden, um sich wieder zu vermehren. Die Erde sollte bald wieder von ihnen wimmeln. Dabei entsteht die Frage, wie denn Tiere an ganz entlegene Orte kommen konnten.

Die Ausbreitung der Tiere über die Erde

Känguru WarnschildDie spöttische Standardfrage in diesem Zusammenhang lautet: „Ist das Känguru tatsächlich den ganzen Weg vom Ararat bis nach Australien gehüpft?“ Dabei vergessen die Fragesteller gewöhnlich, dass Evolutionsbiologen das gleiche Problem haben. Auch sie müssen erklären, wie Tiere an ganz entlegene Orte kommen konnten, vor allem, wenn sie dort fast einzigartig sind.

So sind sich die meisten Forscher heute einig, dass Beuteltiere in Südostasien „entstanden“ und sich dann über die Beringstraße nach Nordamerika und weiter nach Südamerika ausbreiteten. Von dort aus seien dann einige Ur-Beuteltiere noch vor dem „Auseinanderbrechen von Australien und Südamerika“ im Gebiet des späteren Australien gewesen und hätten sich auf dem neuen Kontinent ausgebreitet und entwickelt, weil sie beste Bedingungen und kaum Konkurrenz hatten. Interessant ist allerdings, dass es Fossilfunde von Beuteltieren auf jedem Kontinent gibt, nicht nur in Australien.

Kontinentaldrift und Plattentektonik

Es ist also die Theorie von der Kontinentaldrift, die man für die Ausbreitung der Tiere bemüht hat. Diese Theorie geht davon aus, dass es ursprünglich nur eine große zusammenhängende Landmasse auf der Erde gab (Pangäa), die später auseinanderdriftete. Dabei müssen sich auch die Platten der Erdkruste, die im Vergleich zum Erddurchmesser hauchdünn ist, gegeneinander verschoben haben (Plattentektonik). Unter den Kontinenten ist sie etwa 35 Kilometer dick, unter den Ozeanen aber nur sieben Kilometer. Die Platten der Erdkruste „schwimmen“ sozusagen auf dem plastischen Material des Erdmantels.

Vor den 1960er Jahren waren die meisten Geologen davon überzeugt, dass die Kontinente ihre Lage nie verändert hatten. Heute hat sich diese Meinung umgekehrt, sodass man auch im Rahmen einer biblisch-urgeschichtlichen Geologie[ 1 ]Siehe Manfred Stephan, 2010. mit einer Kontinentalverschiebung rechnet. Diese müsste allerdings sehr viel schneller vonstattengegangen sein, als die meisten Geologen annehmen, die von den langsamen Erdbewegungen heute ausgehen und deshalb mit Millionen von Jahren rechnen.

Biblischer Anhaltspunkt für eine Pangäa ist 1. Mose 1,9: „Die Wassermassen unter dem Himmel sollen sich an einer Stelle sammeln. Das Land soll zum Vorschein kommen.“ Das deutet an, dass es am Anfang nur eine einzige Landmasse gab.

Zu einer Zeit, als die Kontinente noch zusammen waren, war eine Ausbreitung der Tiere über die Erde kein Problem. Schöpfungswissenschaftler sind sich allerdings nicht einig, wann das Auseinanderdriften der Kontinente begonnen hat. Manche haben auf die Zeit Pelegs verwiesen, „weil zu seiner Zeit die Erde geteilt wurde“ (1. Mose 10,25; 1. Chronik 1,19). Diese Anmerkung könnte man aber auch im Sinn einer Aufteilung der Erdoberfläche unter die Völker und Sippen verstehen wie sie in 1. Mose 11 berichtet ist.

Andere denken, dass die Kontinentaldrift schon während der Sintflut begann, was aber wiederum die Ausbreitung der Tiere über einen riesigen Urkontinent schwer verständlich macht. In beiden genannten Fällen würde durch die rasche Bewegung der Kontinente extrem viel Wärmeenergie freigesetzt, und es käme zu verheerenden Auswirkungen an der Erdoberfläche.

Deshalb nehmen andere Schöpfungsforscher an, dass das Zerbrechen der Pangäa schon lange vor der Sintflut begonnen hatte. Wahrscheinlich waren am Ende die vertikalen Bewegungen der Erdoberfläche die vorherrschenden tektonischen Kräfte, im Gegensatz zu den horizontalen Kräften, die während der Ausdehnungsphase dominierten. Das könnte während der Sintflut und in der frühen nachsintflutlichen Zeit stattgefunden haben.

Ausbreitung der Tiere durch Vermehrung und Wanderung

Dass Tiere sich schnell und effektiv ausbreiten können, ist aus Beispielen jüngster Vergangenheit gut dokumentiert. Tiere breiten sich schon allein durch Vermehrung aus. Bekanntestes Beispiel ist die Vermehrung der Kaninchen in Australien, wobei natürlich auch Menschen ihren Anteil hatten. Jungtiere wandern häufig vom Geburtsort weg.

Man kann sich die Ausbreitung von Tieren nach der Flut auch über Landbrücken vorstellen. Solche Landbrücken können durch Absenkung des Meeresspiegels während der Eiszeit oder durch umfangreiche Hebungen und Senkungen des Meeresbodens in der nachsintflutlichen Zeit zeitweise bestanden haben.

Dennoch erklärt sich damit noch nicht, warum manche Tiere nur auf diesen und andere nur auf jenen Kontinenten zu finden sind. Wenn man die gefundenen Fossilien der gleichen Tierart beachtet, lässt sich zum Beispiel feststellen, dass bestimmte Tiere in bestimmten Gegenden ausgestorben sind, wo sie früher weit verbreitet waren. Tiere können sich außerdem anpassen und durch die gegebene Variabilität in gewisser Hinsicht verändern. Das lässt sich heute noch in der Natur beobachten und wird von Menschen bewusst zur Züchtung verwendet.

Garantie für den Bestand der Erde

Dass Noah nach Verlassen der Arche als allererste Handlung einen Altar errichtete, war Ausdruck seiner dankbaren Ehrfurcht vor Gott. Er hatte einige von den reinen Tieren und Vögeln zurückbehalten und opferte sie nun Gott, indem er sie vollständig auf dem Altar verbrannte. „Jahwe roch den angenehmen Duft“, das ist im Hebräischen ein bildhafter Ausdruck und bedeutet, dass Gott Noahs Opfer gnädig annahm und seine Beweggründe akzeptierte.

Dass man reine und unreine Tieren mehr als 1000 Jahre vor dem Gesetz Israels unterscheiden konnte, beruht auf einem Wissen, das zumindest Noah schon vor der Sintflut (1. Mose 7,2) besaß. Vielleicht gab es damals ein Urwissen bei allen Menschen um rein und unrein, das später zum Teil auch bei nichtisraelitischen Völkern zu finden war.

Gott beantwortete Noahs Opfer mit seiner Garantie für den Bestand der Erde mit Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. Darauf können sich alle Menschen verlassen, so lange die Erde besteht. Diese biblische Zusage ist erstaunlich, weil Gott sie in dem Bewusstsein gemacht hat, dass die Menschen von frühester Jugend an böse sind (1. Mose 8,21).

 

Kommentare (0)

Bisher wurden hier noch keine Kommentare veröffentlicht

Einen Kommentar verfassen

  1. Kommentar als Gast veröffentlichen. Registriere Dich oder melde Dich zu Deinem Benutzerkonto an.
0 Zeichen
Anhänge (0 / 3)
Deinen Standort teilen
Gib den Text aus dem Bild ein. Nicht zu erkennen?