VorwortLesen Sie im 1. Buch Mose >>> Kapitel 9 von Vers 18 bis 29! Beachten Sie dabei, wie häufig Kanaan erwähnt wird, ein Enkel Noahs! Lesen Sie dazu aus Kapitel 10 die Verse 15-19!

Wenn Sie die fünf Verse in Kapitel 10 gelesen haben, sind Ihnen bestimmt einige Namen von Völkerschaften und Städten bekannt vorgekommen. Richtig, sie beziehen sich alle auf das Land Kanaan, das später von Abraham durchzogen und noch später von Israel erobert oder beherrscht wurde. Einige Städte stehen sprichwörtlich für die Moral der Menschen, die dort lebten.

Die gesamte heutige Erdbevölkerung stammt von den drei Söhnen Noahs ab, die mit ihren Eltern und Ihren Frauen die Arche verließen. 1. Mose 9,18 charakterisiert einen Vater durch den Namen seines späteren Sohnes. Das ist außergewöhnlich. Den Grund dafür erklärt die nachfolgende Geschichte, die wir gelesen haben.

Noahs Familie

Der hebräische Text von Vers 20 deutet an, dass Noah der erste gewesen sein könnte, der einen Weinberg anlegte,[1]Das Gebiet des heutigen Armenien und Georgien, also die Gegend, in der die Arche landete, gilt bis heute als Ursprungsland des Weins. die Trauben auspresste und den Saft aufbewahrte. Dieser fing natürlich zu gären an und es entstand Alkohol. Die zunächst angenehme Wirkung dieses Getränks verriet Noah noch nichts über die Auswirkung, wenn man zu viel davon trank. Das wurde erst am nächsten Tag offenbar, als Ham, einer seiner Söhne, zufällig ins Zelt schaute und seinen Vater entblößt daliegen sah.[2]Zur Nacktheit siehe auch Kapitel 015 und 020.

Anstatt aber die Scham seines Vaters sofort zu bedecken, beschrieb Ham seinen Brüdern draußen, was er gesehen hatte. Die reagierten aber ganz anders und bedeckten die Blöße des Vaters mit einem Mantel ohne ihn dabei anzusehen. Dieser fremde Mantel wird Noah veranlasst haben, sich zu erkundigen, was geschehen war.

Als Noah seinen Rausch ausgeschlafen hatte, erfuhr er von dem beschämenden Verhalten seines jüngsten Sohnes und sagte über einen von dessen Nachkommen: Verflucht sei Kanaan! Der niedrigste Sklave wird er seinen Brüdern sein!

Es wird viel darüber gerätselt, warum Noah das Fluchwort nicht über Ham aussprach, sondern über einen von dessen Söhnen. Möglicherweise würde Ham von seinem Sohn Kanaan ebenso entwürdigt werden, wie er seinen Vater Noah entwürdigt hatte.

In der Weissagung über Sem und Jafet wird Kanaan noch zweimal genannt – als Sklave. Damit ist aber keineswegs gemeint, dass nach Gottes Willen die Schwarzafrikaner Sklaven sein sollten und andere das Recht hätten, sie auszubeuten. Denn die Weissagung betrifft ja nicht alle Nachkommen Hams, sondern nur die Nachkommen seines Sohnes Kanaan, also die, die später in dem Gebiet lebten, das von Israel erobert wurde. Und das waren alles Weiße.

Die Weissagung über Sem preist Jahwe, den Gott Sems. Seine Nachkommen werden als einzige die Kenntnis Gottes besitzen. Das würde ihr Segen sein, der sich dann in Abraham und seinen Nachkommen verwirklichte.

Die Weissagung über Jafet kann so verstanden werden, dass Gott die Nachkommen Jafets stark vermehren oder ihnen weiten Raum geben wird. Dass sie in den Zelten Sems wohnen werden deutet vielleicht darauf hin, dass Sems Gott später auch ihr Gott werden wird.

Menschenrassen

Menschenrassen1Der Begriff „Rasse“ in Bezug auf Menschen ist im Zeitalter der politischen Korrektheit schon fast verboten. Trotzdem entsteht die Frage, wie aus Noahs Familie die verschiedenen Menschenrassen entstehen konnten, deren typische Merkmale dann immer weitervererbt wurden. Solche Merkmale sind zum Beispiel Hautfarbe, Kraushaar, Lidfalte, Augenform und –farbe, Lippenbreite usw. Hauptsächlich unterschied man drei „Rassen“, nämlich Europide, Mongolide und Negride, die aber nicht direkt den einzelnen Söhnen Noahs zugeordnet werden können, sondern später entstanden sind. Heute kommt man immer mehr von der Einteilung in Rassen ab, weil einerseits die Rassensystematiken keineswegs einheitlich und andererseits die genetischen Unterschiede zwischen zwei beliebigen Menschen der Welt extrem gering sind.

Trotzdem bleibt die Frage, wie zum Beispiel die verschiedenen Hautfarben des Menschen entstehen konnten. Dabei ist bemerkenswert, dass die Vertreter der Evolutionslehre genau die gleichen Probleme haben, die Entstehung von Rassen zu erklären. Denn sie gehen nicht davon aus, dass sich die verschiedenen Menschengruppen aus verschiedenen Tiergruppen entwickelt hätten, sondern dass alle Menschenrassen letztlich denselben Ursprung haben.

Von der Bibel her können wir annehmen, dass in der ursprünglichen menschlichen Population bereits die genetischen Anlagen für verschiedene Hautfarben, Augenfarben oder andere Unterschiede vorhanden waren. Es gab also eine vorprogrammierte Variabilität. Auch im Erbgut der Noahfamilie kann noch ein Großteil der ursprünglichen erblichen Vielseitigkeit verankert gewesen sein. Aufgrund dessen waren die Menschen in der Lage, sich wechselnden Umweltbedingungen anzupassen.

Allerdings gab es nach der Sintflut für 100 Jahre zunächst nur eine Kulturgruppe und Sprache. Das änderte sich erst mit der Sprachverwirrung nach dem Turmbau von Babel. Jetzt konnten die verschiedenen Sprachgruppen nicht mehr miteinander kommunizieren und einander vertrauen. Sie entfernten sich voneinander und besiedelten verschiedene Weltgegenden.

 

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