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Die Schriftstellen

[3. Mose 11,4-6]  Es gibt aber einige von den wiederkäuenden Arten, die ihr nicht essen dürft, weil sie keine gespaltenen Hufe haben. Sie sollen euch als unrein gelten. Dazu gehört das Kamel, der Klippdachs und der Hase.

Die Frage

Ist der Hase tatsächlich ein Wiederkäuer, wie die Bibel behauptet? 

Die Antwort

Ja, aber anders als man denkt.

Heute wird der Hase nicht zu den Wiederkäuern gezählt, wie zum Beispiel der Klippdachs (Kapklippschliefer), der einen zweigeteilten Magen hat, der Hase aber nicht. Er käut seine pflanzliche Nahrung auch nicht  wieder, wie Kühe oder Schafe.

Aber seit mehr als 100 Jahren ist es Biologen bekannt, dass Hasen neben dem normalen Kot, den allseits bekannten festen Kügelchen, weiche, schwach geformte, von einem Vlies umgebene Kügelchen ausscheiden, diese sofort aufnehmen und unzerkaut schlucken. Diese Caecotrophe werden einige Stunden nach dem Grasen bei vollem Magen im Blinddarm gebildet und dort stark mit Vitamin B1 angereichert. Sie sammeln sich nach der Wiederaufnahme an einer bestimmten Stelle des Magens (in der Cardiaregion) und werden nochmals verdaut. Auf diese Weise geht ein Teil der Nahrung zweimal durch den Darm und wird dadurch besser aufgeschlossen. Diese Doppelverdauung ähnelt in gewisser Weise dem Wiederkäuen der meisten Paarhuferfamilien.
Für die Hasentiere ist der Blinddarm- oder Vitaminkot lebenswichtig; er erleichtert ihnen vermutlich auch das Überstehen längerer Fastenzeiten bei ungünstiger Witterung.

Der Hase ist kein Mitglied der rinderartigen Wiederkäuer; er gehört zoologisch in eine andere Säugetierordnung. Doch in 3. Mose 11 geht es nicht um eine zoologische Systematik. Das, was die Bibel aber schildert, ist korrekt in einer anschaulichen, allgemein verständlichen Art dargestellt.