Nicht nur Atheisten und bibelkritische Theologen stellen die Bibel als Gottes Wort in Frage, sondern auch Muslime. Freilich ist deren Kritik ganz anders, als die von Atheisten.

Muslime bestreiten selten die Wunder der Bibel, sondern behaupten, dass die Bibel im Lauf der Zeit von Menschen verfälscht worden sei. Wie das geschehen sein soll bei Texten, die zum Teil mehr als 2000 Jahre älter sind als der Koran, bleibt allerdings ziemlich diffus. 

Muslimische Gelehrte versuchen allerdings, das islamische Dogma von der Verfälschung der biblischen Schriften mit Argumenten der historisch-kritischen Bibelexegese christlicher Theologen zu untermauern. Eine gute Antwort darauf findet man in dem Aufsatz von Dr. Christine Schirrmacher Warum Muslime die Bibel für verfälscht halten. Ihre Hauptargumente aus christlicher Sicht sind:

  • Muhammad entwickelte diese Sicht erst, nachdem er feststellte, dass Juden und Christen ihn nicht als Prophet Gottes anerkannten. Vorher hatte er aber schon verkündet, dass Gott den Menschen stets eine gleichbleibende Botdschaft verkündigen würde. Um den Widerspruch aufzulösen, musste er Juden und Christen eine Verfälschung ihrer Offenbarung unterstellen.
  • Es ist historisch überhaupt nicht vorstellbar, dass es einen Zeitpunkt gegeben hat, an dem eine systematische Verfälschung der Bibel stattfand und alle anderen Manuskripte vernichtet wurden.
  • Der "Jesus des Koran" erhebt den Vorwurf der Schriftverfälschung nicht, sondern bestätigt die Tora. Also kann es weit vor Mohammads Zeit keine Verfälschung gegeben haben.
  • Wenn die Botschaft der Bibel ursprünglich mit dem Koran übereingestimmt hätte, dann hätte sie auf jeder Textseite massiv verändert werden müssen, denn der Jesus des Koran ist ein völlig anderer als der der Bibel. Alle Aussagen über seine Messianität, seine Gottessohnschaft, seine Kreuzigung und Auferstehung wären falsch.
  • Auch alle Versuche einer säkularen Wissenschaft haben bisher keinen einzigen Beweis erbracht – etwa durch frühe Textfunde oder alte Übersetzungen – dass diese Texte in irgend einer bedeutsamen Aussage vom heutigen Text der Bibel abweichen.

Die hier aufgeführten Fragen erhielt ich von einer muslimischen Quelle aus dem Internet101 klare Widersprüche in der Bibel von Shabir Ally, übersetzt von Muhammed Klimek. Viele davon habe ich anderen Rubriken zugeordnet.

 

Konnten die ägyptischen Magier das Wasser in Blut verwandeln? Es war doch keins mehr in Ägypten vorhanden?

War die Tochter des Jairus bereits tot, als ihr Vater Jesus traf?

Wie reagierten die Jünger, als Jesus über das Wasser ging?

Wie fand Simon Petrus heraus, dass Jesus der Messias ist? Durch seinen Bruder oder durch Gott?

Wie oft entfernte sich Jesus von seinen Aposteln in Getsemani, um zu beten? Dreimal oder einmal?

Hat Jesus Gott gebeten, ihn vor der Kreuzigung zu bewahren?

Hat Judas Jesus bei dessen Gefangennahme geküsst?

Warum wird das Feld Blutacker genannt?

Hat Jesus sein Kreuz getragen?

Was waren die letzten Worte von Jesus als er starb?

Ist das Zeugnis von Jesus über sich selbst wahr oder nicht?

Hat Jesus Gott gebeten, ihn vor der Kreuzigung zu bewahren?

Haben die zwei Begleiter des Paulus vor Damaskus auch die Stimme gehört? 

Erfuhr Paulus von dieser Stimme, was seine Aufgaben seien?

Wenn Jesus Gott war, weshalb konnte er dann nicht wissen, wann er wiederkommen würde?

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