4 Es folgt eine Detailgeschichte* der Erschaffung von Himmel und Erde: Als Jahwe-Gott* Himmel und Erde machte, 5 gab es zunächst weder Sträucher noch Feldpflanzen auf dem Erdboden, denn Jahwe-Gott hatte es noch nicht regnen lassen. Es gab auch noch keinen Menschen, der das Land bearbeiten konnte. 6 Grundwasser stieg in der Erde auf und befeuchtete den Boden. 7 Dann formte Jahwe-Gott den Menschen aus loser Erde vom Ackerboden und hauchte Lebensatem in sein Gesicht*. So wurde der Mensch ein lebendes Wesen*.

2,4: Detailgeschichte. Das hebräische toledot bedeutet Weiterentwicklung aus Vorhandenem, es zeigt, wie die Geschichte weitergeht (oder nennt weitere Einzelheiten). Es ist immer eine Überleitungsformel, siehe 1. Mose 5,1; 6,9; 10,1; 11,10.27; 25,12.19; 36,1; 37,2, aber auch 2. Mose 6,16; Rut 4,18 u.a.
2,4: Jahwe ist der Name Gottes, der besonders die Gegenwart Gottes dem Menschen gegenüber ausdrückt. Siehe Vorwort des Übersetzers sowie die Fußnote zu 2. Mose 6,3.
2,7: sein Gesicht. Das hebräische appaw bedeutet nicht nur seine Nase, sondern sein Gesicht im Allgemeinen. Je nach Zusammenhang sind Nase, Wangen oder Mund gemeint.
2,7: Wesen oder: Seele. Der gleiche Ausdruck wird 1. Mose 1,20.24; 2,19 auf die Tiere bezogen. Der Mensch hat durchaus körperliche Ähnlichkeiten mit Säugetieren. Doch als sein Ebenbild stellte Gott den Menschen über alle anderen Lebewesen. Es ist auch zu beachten, dass hier nicht steht: Ein Lebewesen wurde Mensch. Der Mensch ist eine gesonderte Schöpfung Gottes und geht nicht aus vormenschlichem Leben hervor. – Wird im Neuen Testament von Paulus zitiert: 1. Korinther 15,45.

8 Nun hatte Jahwe-Gott im Osten, in Eden*, einen Garten angelegt. Dorthin versetzte er den von ihm gebildeten Menschen. 9 Aus dem Erdboden hatte er verschiedenartige Bäume wachsen lassen. Sie sahen prachtvoll aus und trugen wohlschmeckende Früchte. Mitten im Garten stand der Baum des Lebens und der Baum, der Gut und Böse erkennen ließ. 10 In Eden entsprang auch ein Strom, der den Garten bewässerte und sich dann in vier Arme teilte. 11 Der erste davon heißt Pischon. Er umfließt das ganze Land Hawila*, wo das besonders reine Gold vorkommt, 12 das Bedolach-Harz und der Schoham-Stein.* 13 Der zweite Strom heißt Gihon. Er umfließt das Land Kusch*. 14 Der dritte Strom heißt Tigris. Er fließt östlich von Assyrien. Der vierte Strom ist der Euphrat.

2,8: Eden bedeutet Wonne. Gott hatte ein Land der Wonne für den Menschen geschaffen.
2,11: Hawila. Bisher sind keine Belege über ein solches Land mit dem  Fluss Pischon gefunden worden.
2,12: Bedolach ist ein kostbares, wohlriechendes Harz. Schoham ein Edelstein, vielleicht Onyx oder Karneol.
2,13: Kusch. Es könnte sich um das Land der Kassiten handeln, ein Gebiet in den Bergen östlich von Mesopotamien, was auch zu 1. Mose 10,8-12 passen würde. Dann müsste der Fluss Gihon östlich des Tigris zu finden sein. Doch ein Fluss mit diesem Namen ist bisher in der antiken Literatur nicht gefunden worden.

15 Jahwe-Gott brachte also den Menschen in den Garten Eden, damit er diesen bearbeite und beschütze, 16 und wies ihn an: "Von allen Bäumen im Garten sollst du nach Belieben essen, 17 nur nicht von dem Baum, der dich Gut und Böse erkennen lässt. Sobald du davon isst, wirst du sterben müssen."

18 Dann sagte Jahwe-Gott: "Es ist nicht gut, dass der Mensch so allein ist. Ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm genau entspricht." 19 Jahwe-Gott hatte nämlich alle Landtiere und Vögel, die er aus dem Erdboden geformt hatte, zum Menschen gebracht, um zu sehen, wie er sie nennen würde. Genauso sollten all die Lebewesen dann heißen. 20 So hatte der Mensch dem Herdenvieh, den Vögeln und allen Landtieren Namen gegeben. Aber für sich selbst fand er nichts, was ihm als Hilfe entsprochen hätte. 21 Da ließ Jahwe-Gott einen Tiefschlaf über den Menschen kommen. Er nahm eine seiner Seiten heraus und verschloss die Stelle mit Fleisch. 22 Aus dem herausgenommenen Seitenstück baute Jahwe-Gott eine Frau und brachte sie zum Menschen. 23 Da rief der Mensch:

"Diesmal ist sie es! / Sie ist genau wie ich, / und sie gehört zu mir, / sie ist ein Stück von mir! / Sie soll Isch-scha heißen, Frau, / denn sie kam vom Isch, dem Mann."

24 Aus diesem Grund verlässt ein Mann seinen Vater und seine Mutter, verbindet sich mit seiner Frau und wird völlig eins mit ihr.*

25 Der Mann und seine Frau waren nackt, aber sie schämten sich nicht voreinander.

2,24: Wird im Neuen Testament von Jesus Christus und Paulus zitiert: Matthäus 19,5; Markus 10,7-8; 1. Korinther 6,16; Epheser 5,31. 

 

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