Heckerle, Marcus. Die roten Fäden der Bibel entdecken. Ein Reiseführer durch die große Geschichte Gottes. Neudorf: Neufeld-Verlag 2026. 303 S. Paperback: 24,00 €. ISBN: 978-3-86256-208-4
Marcus Heckerle ist überzeugt, dass die Bibel in ihrer ganzen Vielfältigkeit von dem gleichen göttlichen Geist durchzogen ist. Sie ist die zuverlässige Quelle, in der sich Gott „schwarz auf weiß“ uns Menschen mitgeteilt hat. So gibt uns jedes ihrer 66 Bücher Einblick in die Geschichte Gottes mit uns Menschen. Doch wie soll man sich diesem gewaltigen Werk nähern? In jedem Fall muss man sich selber in die Bibel vertiefen, aber wie?
Man kann die Bücher in der Reihenfolge lesen, wie sie in einer gekauften Bibel vorliegt. Die uns geläufige Ordnung für das Alte Testament (AT) stammt aus dessen erster Übersetzung in die griechische Sprache, der sogenannten Septuaginta. Die Juden selbst haben eine etwas andere Ordnung, welcher der Autor auch in seinem Buch folgt. Er hatte schon vor diesem Werk einen Bibelleseplan Projekt B18 – in 18 Monaten durch die Bibel entwickelt, der auch in seinem neuen Buch enthalten ist.
Eine chronologische Ordnung, wie sie in vielen Bibelleseplänen vorliegt, führt nach Meinung des Autors, in eine Sackgasse. Er möchte den Horizont stärker für inhaltliche Zusammenhänge öffnen. Das verspricht tiefere und vielleicht sogar neue Einsichten. Für das Neue Testament (NT) hat er die Bücher in vier Teile gruppiert, denen immer eins der Evangelien vorangestellt ist.
Sein Buch ist voll mit nützlichen Tabellen verschiedenster Art, dazu Hintergründe aus jüdischer Perspektive, literarischen Strukturen und Zahlensymboliken. Vierzehn Exkurse von „Reinheit und Unreinheit“ bis zu „Hinweisen zur Auslegung der Offenbarung“ versuchen Erklärungen schwieriger Zusammenhänge. Bei einigen könnte man durchaus anderer Meinung sein, zum Beispiel, ob es eine buchstäbliche Erfüllung des neuen Bundes auch für das nationale Israel gibt S. 81-84 (hier fehlt mir die Erklärung von Rö 11,25-26). S. 201 Fußnote: Ist Jerusalem ein Ort des Heils? Beim Lehrverbot für Frauen führt er viele Argumente an S. 233-236, gibt aber zu, dass das ausgesprochene Lehrverbot in 1Tim noch nicht gelöst ist. Der Autor bleibt überall fair und führt den Leser zum Nachdenken.
Insgesamt ein sehr nützliches und lehrreiches Buch, das gerade vom AT her immer wieder auf Christus hinweist. Dem Leser ist zu empfehlen, dass er – nachdem er sich einen Überblick verschafft hat – jedes biblische Buch erst zu lesen, nachdem er die Anregungen des Autors dazu noch einmal gelesen hat und auch seinen Bibelleseplan für 18 Monate oder weniger verwendet.

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