Theologische Fragen

TheologieHier sollen Antworten auf die Fragen erscheinen, die mir im Lauf der Zeit gestellt worden sind, aber nicht direkt etwas mit Widersprüchen oder Anfragen an meine Übersetzung zu tun haben.

Was bleibt übrig vom biblischen Glauben, wenn renommierte Doktoren der Theologie ihren Glauben interessierten Laien weitergeben?

Zwei Weihnachtsmärchen

Waren es 430, 400 oder 215 Jahre?

Die Frage ist wichtig für die biblische Chronologie vor dem Auszug aus Ägypten. Andererseits gibt die Bibel – zumindest auf den ersten Blick – unterschiedliche Antworten.

Was haben weltliche, fremdreligiöse oder heidnische Zitate in der Bibel zu suchen? Gibt es solche überhaupt? In manchen Bibelübersetzungen wird auf so etwas aufmerksam gemacht, in anderen nicht. Bibelgläubige Christen sind dann irritiert, wenn jemand sie auf solche Texte aufmerksam macht. Zerstören sie nicht die Unfehlbarkeit des biblischen Buchs, in dem sie auftauchen? Verleihen sie andererseits den Schriften heidnischer Autoren göttliche Qualität? Die Antwort lautet zweimal NEIN.

WunderWas passiert mit einem Glauben, der sich auf Wunder stützt?

Immer wieder wurde Jesus von den Juden seiner Zeit gedrängt, ein Wunder zu tun oder sie ein Zeichen sehen zu lassen, damit sie an ihn glauben könnten.[*]Mt 12,38; 16:1; Mk 8,11-12; Lk 11,16; 23,8; Joh 2,18; 4,48; 6,30; 1Kor 1,22. Warum hat er das niemals getan? Andererseits sind die Evangelien voll von seinen Wundern.

Kain und AbelDie Geschichte ist kurz, aber weltbekannt. Und sie hatte tödliche Folgen. Zwei Brüder bringen Gott ein Opfer, das eine nimmt Gott an, das andere nicht. Kain, dessen Opfer nicht beachtet wurde, gerät deshalb in heftigen Zorn und erschlägt kurz danach seinen Bruder Abel.

Auf die Frage nach dem Warum begegnen uns hauptsächlich zwei Antworten:

Die ganze englischsprachige Welt ist über der Frage der Erwählung und der Willensfreiheit des Menschen in zwei Lager geschieden. Auf der einen Seite stehen die Leute, die man als „Calvinisten“ bezeichnet, auf der anderen Seite die Leute, die man als „Arminianer“ bezeichnet. Die „Calvinisten“ betonen die Souveränität Gottes, die „Arminianer“ betonen die Verantwortung des Menschen. Erstere glauben, dass die Errettung unverlierbar ist, während letztere glauben, man könne das Heil verlieren.

Jesus und die EhebrecherinIst diese Geschichte, die in Johannes 7,55 bis 8,11 berichtet wird, echt?

In der Elberfelder Bibel findet sich die lapidare Anmerkung: „In anderen Handschriften ist der Abschnitt von 7,23-8,11 nicht enthalten.“ Ein bisschen mehr sollte man schon dazu sagen.

Die Grundlage aller unserer Bibelausgaben bilden Handschriften, Abschriften von Abschriften der inspirierten Originale.

HG LästerungImmer wieder kommt es vor, dass Menschen meinen, die Sünde der Lästerung des Heiligen Geistes begangen zu haben, die nicht vergeben werden kann. Deshalb haben sie Angst, für immer verloren zu sein, obwohl sie Gott mehrfach um Vergebung für die vermeintliche Lästerung gebeten haben. Diese Sorge ist in zweifacher Hinsicht unbegründet.

ThomasevangeliumWarum ist diese Schrift nicht im Neuen Testament enthalten?

Das sogenannte Thomasevangelium besteht aus einer Sammlung von 114 Jesus zugeschriebenen Sprüchen beziehungsweise kurzen Szenen und Dialogen, die mit einem „Jesuswort“ enden. Diese Logien stehen unverbunden nebeneinander. Eine durchgehende Ordnung ist nicht erkennbar.

Im Gegensatz zu den Evangelien des Neuen Testaments handelt es sich auch nicht um einen zusammenhängenden Bericht. Vor allem fehlt die für die Evangelien wesentliche Leidens- und Auferstehungsgeschichte völlig. Einige Logien ähneln zwar einzelnen Aussagen aus den Evangelien, andere aber eher gnostischen Texten, also Irrlehren, vor denen das Neue Testament warnt.