Als Hermann Menge mit der Arbeit an seiner Bibelübersetzung begann, war er nur oberflächlich Christ, und hatte praktisch keine Ahnung von der Bibel. 

Erst ganz langsam, während er an der Übersetzung arbeitete, ging in seinem Herzen das Licht aus der Höhe auf, sodass er in Jesus Christus den Weg, die Wahrheit und das Leben erkannte.

Leider ist das nicht bei allen der Fall und leider ist es inzwischen so, dass anerkannte Übersetzungen wie die von Martin Luther durch Revisoren, Bearbeiter und Herausgeber so starke bibelkritische Züge bekommen, dass man jedenfalls bestimmte Ausgaben nicht mehr empfehlen kann. Das betrifft glücklicherweise nur selten den Bibeltext selbst, meist aber die beigegebenen Anmerkungen, Kommentare und Einleitungen.

1. Menschen, die Bibelkritik in Gottes Wort eintragen

Auf Wunsch des Rates der EKD soll bis 2017 eine überarbeitete Übersetzung der Lutherbibel vorliegen. Dabei sollen auch Textkorrekturen vorgenommen werden, die aufgrund neuer Erkenntnisse der Exegese und Textforschung zwingend geboten seien. Darunter verstehen die meisten der beteiligten Theologen zum Beispiel die Änderung des Textes von Jes 7,14: „Siehe eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie nennen Immanuel.“ Aus der „Jungfrau“ wird in der Luther Bibel 2017 dann wohl eine „junge Frau“ werden. Damit hätte sich aber sowohl die LXX in ihrer Übersetzung geirrt als auch Matthäus. Jener hätte sogar einen besonders dummen Fehler gemacht. Denn erstens hätte er den Jesaja-Text nicht richtig verstanden und zweitens auch noch ausdrücklich behauptet, dass Maria vom Heiligen Geist schwanger geworden sei (Mt 1,20-23). Professor Betz, ein weltweit geachteter Judaist, stellte dagegen fest: „Das seltene Wort almah meint eben nicht die verheiratete junge Frau, sondern das heiratsfähige junge Mädchen, das noch Jungfrau ist (virgo matura). In der Bibel wird Rebekka so bezeichnet, als sie dem Brautwerber Eliezer begegnete (1. Mose 24,43), oder die Schwester Moses, als sie ihren kleinen Bruder in einem Kästchen dem Nil anvertraute (2. Mose 2,8).“ Wenn sie das wirklich tun, wird eine ausgezeichnete und über Jahrhunderte bewährte Übersetzung verdorben. Diese Dinge sind vom Bibelleser im Bibeltext aber nicht so leicht zu entdecken.

Nachtrag: Inzwischen ist diese Lutherbibel erschienen und hat "Jungfrau" stehen gelassen. Allerdings erscheint in der Fußnote, dass es mit "junge Frau" übersetzt werden müsste. Und wenn man dann im Anhang der Bibel unter diesem Stichwort nachschaut findet man die volle bibelkritische Interpretation der Jungfrauengeburt. Ausführliche Besprechung siehe Zwei neue Bibeln für 2017 und besonders Die kommende Lutherbibel.

1.1 Sie leugnen, dass die Bibel Gottes Wort ist

So ist die Bibel für sie nur ein Buch unter vielen, die religiöse Erfahrungen von Menschen aufgeschrieben haben. Bestenfalls halten sie einzelne Passagen für Wort Gottes, nicht aber die Bibel als Ganzes. In Folge dessen sehen sie den Menschen und seine religiösen Gefühle im Mittelpunkt und nicht Gott und seinen Willen.

1.2 Sie leugnen die Einheit der Bibel

So beurteilen sie jedes biblische Buch für sich, ja schreiben es oft verschiedenen Verfassern zu (zum Beispiel Jesaja, Deutero- und Tritojesaja) und verneinen den Grundsatz, dass die Bibel sich durch die Bibel selbst auslegt.

So sprechen sie zum Beispiel von zwei Schöpfungsberichten in 1. Mose 1+2, die von unterschiedlichen Verfassern stammen würden?

So halten sie Hiob zum Beispiel für eine erfundene Gestalt, obwohl Hesekiel und Jakobus Hiob als geschichtliche Person kennen (Hes 14,14.20; Jak 5,11).

1.3 Sie leugnen echte biblische Prophetie

So behaupten sie im Gegensatz zu 5Mo 13,2-6, dass die Propheten künftige Ereignisse nur erahnen konnten, keineswegs aber konkretes geweissagt hätten. Zum Beispiel behaupten sie, dass Daniels sehr genaue Weissagungen erst nach den geweissagten Ereignissen von einem anderen aufgeschrieben wurde, der nur den Namen Daniels verwendet hätte.

1.4 Sie leugnen die Einzigartigkeit unseres Herrn

So gelten ihnen nur solche Ereignisse als historisch, von denen es anderswo irgendwelche Parallelen gab. Die Heilsgeschichte und die Einzigartigkeit unseres Herrn ist für sie kein Thema. Jesus war für sie nur ein Religionsstifter unter vielen.

1.5 Sie leugnen biblische Wunder oder deuten sie um

So werten sie die biblischen Wunder nicht als wirkliche Geschehnisse, sondern als nachträglich eingetragene Glaubensaussagen der Gemeinde.

So ist für die Auferstehung unseres Herrn im Gegensatz zu Paulus in 1Kor 15 auch nur eine Glaubens­aussage der Gemeinde. Jesus sei „ins Wort hinein auferstanden“.

So reden sie zwar vor der Geschichtlichkeit des Glaubens an die Auferstehung, aber nicht von einer leibhaftigen Auferstehung des Herrn.

2. Menschen, die sektiererische Lehren integrieren

Das geschieht im Bibeltext dadurch, dass man nach eigenen Ideen etwas weglässt oder hinzufügt oder verändert. So hatte schon der Ketzer Marcion um 140 n.Chr. zwar keine Übersetzung aber eine Zusammenstellung des Neuen Testaments herausgegeben, die seinen Antisemitismus deutlich machte. Sein Neues Testament bestand nur aus einem verstümmelten Lukasevangelium und 10 Paulusbriefen.

Die Übersetzer der „Bibel in gerechter Sprache“ vertreten feministische Ideen und machen unter anderem aus Gott eine Frau, aus Jahwe die Ewige, aus dem Heiligen Geist eine Heilige Geistin oder eine Geisteskraft und gesellen den Pharisäern Pharisäerinnen bei. Nur den Teufel lassen sie männlich.

Sektiererische Vorurteile kommen besonders in der Bibel der Zeugen Jehovas zum Tragen, für die unser Herr Jesus Christus nicht Gott ist, der heilige Geist keine Person und Gott nur den Namen Jehova trägt, den sie im Neuen Testament sogar dem Herrn überstülpen.

Vorsicht ist auch geboten, wenn der Begriff Ewigkeit oder ewiges Gericht in einer Übersetzung strikt vermieden wird, wie zum Beispiel in der neueren Übersetzung des NT von Heinz Schumacher. Hier ist in Text und Anmerkungen einer eigentlich guten Übersetzung die Lehre von der Allversöhnung untergeschoben.