Wenn ein Betrüger die in der Bibel berichteten Dinge hätte niederschreiben wollen, dann hätte er sich gewiss vor jedem scheinbaren Widerspruch gehütet.

Wenn man nun die Widersprüche sogar auflösen kann, steigert das die Glaubwürdigkeit der Zeugen noch mehr. [1]

 

Die Chicago-Erklärung zur Irrtumslosigkeit der Bibel

lehrt unter anderem in ihrer Zusammenfassung:

  • Da die Schrift vollständig und wörtlich von Gott gegeben wurde, ist sie in allem, was sie lehrt, ohne Irrtum oder Fehler.
  • Dies gilt nicht weniger für das, was sie über Gottes Handeln in der Schöpfung, über die Geschehnisse der Weltgeschichte und über ihre eigene, von Gott gewirkte literarische Herkunft aussagt, als für ihr Zeugnis von Gottes rettender Gnade im Leben einzelner.

in Artikeln des Bekennens und Verwerfens:

  • Wir bekennen, dass die Inspiration, streng genommen, nur auf den autographischen (urschriftlichen) Text der Schrift zutrifft, der aber durch die Vorsehung Gottes anhand der zur Verfügung stehenden Handschriften mit großer Genauigkeit ermittelt werden kann.
  • Wir bekennen ferner, dass Abschriften und Übersetzungen der Schrift soweit Gottes Wort sind, als sie das Original getreu wiedergeben.[2]
  • Wir bekennen, dass die Schrift in ihrer Gesamtheit irrtumslos ist und damit frei von Falschheit, Betrug oder Täuschungen.
  • Wir verwerfen ferner die Auffassung, dass die Irrtumslosigkeit infrage gestellt werde durch biblische Phänomene wie das Fehlen moderner technischer Präzision, Unregelmäßigkeiten der Grammatik oder der Orthographie, Beschreibung der Natur aus dem Blickwinkel der subjektiven Beobachtung, Berichte über Unwahrheiten, durch den Gebrauch des Stilmittels der Hyperbel oder gerundeter Zahlen, thematischer Anordnung des Stoffes, unterschiedlicher Auswahl des Materials in Parallelberichten oder der Verwendung freier Zitate.
  • Wir verwerfen die Auffassung, dass angebliche Fehler und Widersprüche, die bis jetzt noch nicht gelöst worden sind, den Wahrheitsanspruch der Bibel hinfällig machen.

 

[1] Die Idee zu dieser Seite bekam ich durch die Zusendung des muslimischen Pamphlets "101 klare Widersprüche in der Bibel" von Shabir Ally übersetzt von Muhammed Klimek, das im Internet herumschwirrt und manche Leute verwirrt. Ich habe begonnen, darauf zu antworten in einem Aufsatz: "102 Antworten auf 101 scheinbare Widersprüche in der Bibel", der in der Zeitschrift "Bibel und Gemeinde" 1/2010 veröffentlicht wurde.

[2] Inspiration und Irrtumslosigkeit der Heiligen Schrift kann sich grundsätzlich nur auf die Originalmanuskripte, nicht auf die Abschriften beziehen, obwohl die Kopisten sich nachweislich um größtmögliche Genauigkeit bemühten. Dennoch entstanden Kopierfehler beim Abschreiben vor allem bei ähnlichen Buchstaben oder einzelnen Zahlen, was aber die Wahrheit von Gottes Wort nicht ungültig macht, genauso wenig, wie einige Druckfehler das Grundgesetz Deutschlands ungültig machen würden. Siehe dazu die Aufsatzserie von Thomas Jeising in „Bibel und Gemeinde“ 2008/3 und 2008/4, sowie 2009/2, 2009/3, 2009/4: „Irrtumslos trotz Fehlern“.