Comer, John Mark. Gott hat einen Namen. Wie du über Gott denkst, prägt dein Leben. Holzgerlingen: R. Brockhaus in SCM 2025, 2. Aufl. 256 S. Hardcover: 23,00 €. ISBN: 978-3-417-01037-4

John Mark Comer, Jg. 1980, arbeitet als Pastor und Lehrer und ist mit seinen Postcasts und Büchern international erfolgreich. Mit seiner Frau Tammy und ihren drei Kindern lebt er in der Nähe von Los Angeles.

In diesem Buch überrascht der Autor mit: „Gottes Name ist nicht ‚Gott‘, sondern Jahwe.“ Völlig unbefangen erklärt er den Namen nach 2Mo 3,14, dass Gott sich selbst als ehjeh vorstellt „Ich bin, der ich immer bin“ (= 1. Person). Ab 2Mo 3,15 will Gott von uns aber Jahwe (= 3. Person), also „er ist“ genannt werden. Wie dieser Name, der auf Hebräisch nur JHWH geschrieben wird, aber wirklich ausgesprochen werden soll, ist nur eine Vermutung, obwohl nach Comer „fast alle jüdischen Theologen denken, dass Jahwe korrekt ist“. (S.35) JHWH jedenfalls stammt von der gleichen Wortwurzel wie ehjeh. Beim lauten Aussprechen als Jahwe bemerkt man die Ähnlichkeit.

Comer ist ein begabter Lehrer. Sein Stil ist die Jugendsprache. Im ganzen Buch wird ihm kaum ein Jugendlicher widerstehen. Er will überzeugen. Nur bei einem, der die Bibel gut kennt, kommen noch Fragen: Wie ist das mit seinen Vorstellungen über die in der Bibel genannten und andere Götter und deren Macht? Es fordert unser kritisches Nachdenken heraus  (S. 80-94). Freiweg behauptet Comer: „Jesus ist Jahwe und Jesus ist Israel. Gleichzeitig!“ (S. 174) Er schreibt aber auch: „Das Kreuz ist ein Ausdruck von Jahwes Gnade – es ist seine Art, ‚Schuld, Vergehen und Sünde‘ zu vergeben. Doch es ist auch Ausdruck von Gottes Gerechtigkeit, dass er sie ‚nicht ungestraft lässt‘. Er ist gerecht und er ist der Rechtfertiger.“ S.210.

Der Autor provoziert durch Kapitelüberschriften wie „Warum wir uns eigentlich nach Gottes Zorn sehnen“. Das macht neugierig. Zum Beten schreibt er: „Gebete können Gottes Arm bewegen. Beten kann Gott dazu bringen, seine Meinung zu ändern (Lass dir das mal auf der Zunge zergehen).“ Als biblischen Beleg hat er aber nur Jak 5,16, schreibt aber nach dem Zitat: „Das Ganze ist ein ziemlich großes Geheimnis und es gibt viele ungeklärte Fragen … Was ich aber weiß, ist: Beten, ist keine Formsache, es bewirkt etwas. Unsere Gebete haben das Potential den Lauf der Geschichte zu verändern.“ (S. 50f.)

Im Prinzip geht der Autor immer vom Alten Testament aus. Er erklärt aus 2Mo 34,4-7 einzelne Passagen in jedem Kapitel seines Buches. Auf S. 22 beschreibt er den Fahrplan dafür: Zuerst den hebräischen Grundtext erklären, dann Geschichten aus der Bibel dazu, dann vorspulen bis auf Jesus und schließlich „Wir“, also was das für uns bedeutet.

Am Schluss empfiehlt er eine Übung in Form von Kontemplation (was in der Kirchengeschichte zu unterschiedlichen Zeiten und Orten ganz unterschiedliche Dinge bedeutet habe. Comer benötigt für seine Variante mehr als 11 Seiten Erklärung.) Es folgen Meditation, Lectio Divina (göttliches Lesen) Imaginierendes Gebet (unsere Fantasie für Gottes Gegenwart öffnen – was nach Comer selbst aber viele für gefährlich halten. Er empfiehlt ein eigenes Bild als Zugang.)

Ein leicht zu lesendes Buch, in dem der Autor seinen (jugendlichen?) Lesern Gott nahebringen möchte. Man findet vieles Richtige und bedenkenswerte Ansätze. Manchmal weist Comer auf Gefahren hin, die er anschließend aber wegerklärt.

Bruno
„Gottes Name ist nicht ‚Gott‘, sondern Jahwe.“
Jesus redete den "Gott" Abrahams, Isaaks und Jakobs mit "Vater" an und hat uns auch geheißen, ihn so im Gebet anzusprechen (Mt 6,9–13).

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