Wenn wir mit der Frage im Titel ganz an den Anfang zurückgehen, werden wir sofort mit der unfassbaren Größe Gottes konfrontiert.

 „Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde.“ 1Mo 1,1

Dieser erste Satz der Bibel setzt voraus, dass Gott alles aus dem Nichts geschaffen hat. Das bedeutet: Nichts anderes, außer dem drei-einen Gott selbst, existierte, bevor Gott begann, das Universum zu erschaffen und damit auch die Zeit[1]. Zuerst erschuf er die Himmel, die ganze unsichtbare Welt, die Wohnung der Engel[2] und was es sonst noch für Himmel gibt.[3] Er wurde aber nicht Teil dessen, was er erschaffen hatte, weder im Himmel noch auf der Erde. Gott ist nach wie vor völlig unabhängig und existiert aus sich selbst heraus.[4] Trotzdem trägt Gott die gesamte Schöpfung durch das Wort seiner Macht[5] und ist an jedem Ort in den Himmeln und der Erde gegenwärtig.[6]

Weil Gott aber nicht materiell ist, sondern Geist,[7] braucht er keine Wohnung wie wir Menschen. Und weil er unermesslich ist, könnten Erde und alle Himmel ihn sowieso nicht fassen.[8]

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[1] Ohne Materie gibt es keine Zeit.

[2] Himmel und Erde waren nicht leer am Abschluss der Schöpfungstage (1. Mose 2,1). Das bestätigt auch Kolosser 1,16, wo im Zusammenhang mit Christus alle Teile des gesamten bewohnten Universums benannt werden. Und als

Gott zu Hiob sagte (38,6-7), dass die Engel Gottes  jubelten, als er mit der Schöpfung begann, spricht dafür, dass die Engelwesen noch vor dem ersten Tag geschaffen wurden..

[3] 2Kor 12,2 spricht Paulus von einem „dritten Himmel“.

[4] Gott benötigt keinen Teil der Schöpfung, um zu existieren oder aus irgend einem anderen Grund. Apostelgeschichte 17,24-25.

[5] Hebräer 1,3.

[6] Psalm 139,7-8; Jeremia 23,24.

[7] Johannes 4,24.

[8] 1. Könige 8,27; 2. Chronik 2,5.

Für uns Menschen wohnt Gott immer oben, egal auf welcher Halbkugel der Erde wir uns befinden. In der Bibel ist Himmel ein Synonym für Gottes Wohnung, ein Ort in dem sich Gottes Gegenwart besonders deutlich offenbart und von dem aus er häufig agiert.

Der Begriff Himmel, schamajim, steht im hebräischen AT immer im Plural, kann aber nicht immer so übersetzt werden. Im griechischen NT steht Himmel, ouranos, normalerweise im Singular – mit drei bemerkenswerten Ausnahmen. Sie beziehen sich alle auf Jesus, unseren Herrn. Er lehrte seine Jünger beten Mt 6,9: „Unser Vater, der in den Himmeln ist …“. Apg 7,56 Als Stephanus vor dem Hohen Rat stand, sagte er, erfüllt mit dem Heiligen Geist: „Ich sehe die Himmel offen und der Menschensohn steht an der rechten Seite Gottes.“ Hebr 4,14 wird von Jesus, dem Sohn Gottes gesagt, dass er „die Himmel durchschritten hat.“

Himmel hat es irgendwie immer mit Gott zu tun. Besonders außerhalb von Israel oder bei Ausländern wird Israels Gott der Gott des Himmels genannt.[1] Auch den Israeliten ist völlig klar, dass Gott im Gegensatz zu uns Menschen im Himmel ist. Besonders klar bei Salomo: „Sei nicht zu schnell mit dem Mund und übereile dich nicht, vor Gott das Wort zu ergreifen! Denn Gott ist im Himmel und du bist auf der Erde. Geh also sparsam mit deinen Worten um!“[2]

Ausdrücklich wird der Himmel als Gottes Wohnung bezeichnet. Die Israeliten sollten es bei der Übergabe des Zehnten als Segensgebet sprechen: „Blick herab von deiner heiligen Wohnung, vom Himmel, und segne dein Volk Israel und den Boden, den du uns gegeben hast.“[3] Jesaja klagt in seinem Gebet: „Blick doch vom Himmel herab! / Sieh her vom Wohnort deiner Majestät und Heiligkeit! / Wo ist dein Liebeseifer für uns, / wo deine unvergleichliche Macht?“[4] Das Herabschauen kann auch kritisch sein: „Jahwe blickt vom Himmel auf die Menschen herab, / will sehen, ob einer dort verständig ist, / nur einer, der Gott wirklich sucht.“[5]

Im Himmel steht Gottes Thron als Symbol seiner Herrschaft: „Im Himmel hat Jahwe seinen Thron aufgestellt / und herrscht als König über alles, was ist.“[6] Dieser Gedanke wird auch im Neuen Testament von unserem Herrn gebraucht wenn Menschen schwören: „Und wer beim Himmel schwört, der schwört bei Gottes Thron und bei dem, der darauf sitzt.“[7]

Als Johannes schließlich in die himmlische Herrlichkeit hineinschauen durfte, sah er im Himmel als erstes einen Thron, auf dem einer saß, nämlich Gott, der Herr, der Allmächtige.[8] Und zu guter Letzt sah er „einen großen weißen Thron und sah, wie Erde und Himmel vor dem, der darauf saß, entflohen. Sie konnten vor ihm nicht bestehen und verschwanden im Nichts.“[9] Dieser Thron allerdings steht nicht mehr im Himmel, sondern irgendwo darüber, außerhalb, über allen Himmeln. So sagt es der Hebräerbrief auch von unserem Herrn, „der sich grundsätzlich von uns sündigen Menschen unterscheidet und den höchsten Ehrenplatz über allen Himmeln erhalten hat.“[10]

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[1] Esra 5,12; Nehemia 2,20; Dan 2,18.27; Jona 1,9.

[2] Pred 5,2; auch Ps 115,3; Klgl 3,41.

[3] 5Mo 26,15, siehe auch 2Chr 30,27; Ps 123,1.

[4] Jes 63,15.

[5] Ps 14,2; 1Kön 8,39.

[6] Ps 103,19.

[7] Mt 23,22; 5,34.

[8] Offb 4,2.8.

[9] Offb 20,11.

[10] Hebr 7,26.

Weil Gott mitten unter seinem Volk Israel wohnen wollte, sollten sie ihm nach ihrer Befreiung aus Ägypten ein Zeltheiligtum bauen. Als es eingeweiht wurde, erfüllte die Herrlichkeit Gottes die ganze Wohnung, sodass Mose an diesem Tag nicht hineingehen konnte.[1]

Nach der Eroberung Kanaans wurde dieses Zelt in Schilo aufgeschlagen. Es wurde noch vor der Zeit Davids vermutlich von Philistern zerstört. Immerhin ließ Gott damals seinen Namen dort wohnen.[2]

Als König Salomo den Tempel in Jerusalem errichtet hatte, erfüllte zur Einweihung – wie beim Offenbarungszelt – die Herrlichkeit Gottes das ganze Haus. Und Salomo betete, dass Gott in dieser Stätte für immer wohnen möge, denn Gott hatte ihm versprochen, dass sein Name darin wohnen sollte. Das heißt, dass er dort besonders gegenwärtig für die Beter sein wollte. Es ist bemerkenswert, dass Salomo in seinem großen Einweihungsgebet immer weiß, dass Gott im Himmel wohnt.[3]

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[1] 2Mo 25, 8-9.40; 40,34-35.

[2] Jos 18,1; Jer 7,12.

[3] 1Kön 8,10-13.16.29.30.

Seit dem Kommen unseres Herrn Jesus Christus wohnt Gott überhaupt nicht mehr in Tempeln,[1] sondern in seinem Sohn, der völlig eins mit dem Vater ist.[2]

Seit der Sendung des Heiligen Geistes wohnt der Geist Gottes und des Christus in den Menschen, die Jesus aufrichtig lieben und sich an sein Wort halten.[3]

Seitdem sind sowohl die globale Gemeinde als auch die einzelnen lokalen Gemeinden die geistliche Wohnstätte Gottes.[4]

Weil Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen wird, wird Gottes Wohnung ganz bei den Menschen sein, die ihn lieben, siehe Offenbarung 21,1-7.

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[1] Apg 7,48; 17,24.

[2] Joh 1,14; 10,30.

[3] Joh 14,23; Rö 8,9.11; 1Kor 6,19.

[4] Eph 2,21-22; 3,17.

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