Mich zu bewegen fühlt sich gut an, denn dafür bin ich geschaffen

„Wenn man einen Schritt nach vorn macht, werden, kurz bevor der Fuß den Boden berührt, die Gesäßmuskeln sowie die vordere und hintere Oberschenkelmuskulatur aktiviert, um Hüfte und Knie zu stabilisieren. Ist der Fuß auf dem Boden, verlagert sich das Gewicht auf das zugehörige Bein, das sogenannte Standbein. Der Wadenmuskel des Standbeins wird aktiv, stabilisiert Knöchel und Knie, um in der Vorwärtsbewegung den Körperschwerpunkt über den Fuß zu bringen.
     Sobald sich das Gewicht auf den Vorderfuß verlagert, kann man die Ferse anheben und so die Schwungphase des Gehens einleiten. Dann beugt man Hüfe und Knie rasch, um den anderen Fuß vom Boden abzuheben. Das andere Bein wird dabei zum Standbein. Nun kommen Hüftbeuger und Fußheber ins Spiel, damit das Bein zügig durchschwingen kann. Am Ende der Schwungphase steuert die Oberschenkelmuskulatur die Geschwindigkeit, mit der sich das Knie streckt. Der Fuß berührt den Boden und der Zyklus beginnt von vorn.
     Die Biomechanik des Oberkörpers beim normalen Gehen ist dabei noch nicht berücksichtigt: Schwingen der Arme, Gleichgewicht halten und räumliches Empfinden, das es einem ermöglicht, den Fuß auf den Boden zu setzen, ohne hinzusehen.“

Und das alles sollen wir wenigstens 10.000 Mal am Tag für unsere Gesundheit tun. So wird es jedenfalls empfohlen. Noch nicht berücksichtigt ist, was alles geschehen muss (und jeden Tag geschieht), wenn wir ins Stolpern geraten. Erstaunlicherweise können wir uns meistens abfangen. Der Mensch ist in allem ein geniales Wunderwerk des Schöpfers – vom Gehirn bis zum Blinddarm, dem gar nicht so unwichtigen Wurmfortsatz, vom Kopf bis zu den Füßen.

Quelle der Zitate: Gloria Liu in Readers Digest 04-2021 S. 92. Dieser Bewegungsablauf wurde der Autorin von Dr. Jessika Rose erklärt, Leiterin des Labos für Bewegungs- und Ganganalyse an der Kinderklinik der University of Stanford.

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