Wenn du die Bibel in die Hand nimmst, mit der du aufgewachsen bist oder deine jetzige Standardbibel, dann hast du schon das wichtigste Werkzeug in der Hand. Gott hat es dir gegeben, denn er wollte von Anfang an, dass seine Worte aufgeschrieben werden, damit sie nicht nur für die ersten Hörer, sondern auch für spätere Generationen erhalten bleiben.
Und darüber hinaus sollten auch anderssprachige Menschen diese heiligen Worte lesen, verstehen, glauben und ihr Leben daran ausrichten. Gott hat viele Menschen benutzt, seine Worte zu dir zu bringen. Deshalb solltest du sorgfältig und wiederholt lesen, was du studieren willst. Nachstehend folgen weitere Werkzeuge …
Ich rate dir, eine zweite Bibel zuzulegen. Wenn deine Standardbibel sehr wortgenau übersetzt ist wie die Elberfelder Bibel, dann leg dir noch eine sinngenaue Übersetzung wie die NeÜ bibel.heute oder die Basisbibel daneben. Der Versvergleich zwischen einer wortgenauen und sinngenauen Bibel schenkt dir schon die ersten Erkenntnisse. Wenn die Verse in beiden Übersetzungen inhaltlich übereinstimmen, ist das die Basis für dich.
Natürlich kannst du das auch über das Internet machen. Hier empfehle ich den ERF Bibleserver https://www.bibleserver.com. Mit guten Bibelprogrammen geht das auch offline. Das beste davon ist wohl Logos https://de.logos.com/, eine Bibelsoftware zum Studium und zur Exegese der Bibel mit einer integrierten digitalen Bibliothek. Das beste Freeware-Programm, mit dem ich seit vielen Jahren arbeite, ist theWord – https://theword.net/ –, das auch eine deutsche Bedienerführung hat.
Bevor du weitere Werkzeuge benutzt, achte bitte darauf: Der Bibeltext ist Gottes Wort, nicht unbedingt das, was andere darüber sagen. Der Bibeltext ist der alleinige Maßstab, an dem du alles andere prüfen kannst. Unter Umständen musst du fremde Meinungen darüber verwerfen.
Wie du dies erkennen kannst, siehe Punkt 8.
In deinem Studiertext tauchen manchmal bestimmte geografische Bezeichnungen auf: Ortsnamen, Städte, Berge, Flüsse, Wege, Entfernungen. In der Bibel ist das besonders bei geschichtlichen Texten (Evangelien, Apostelgeschichte und große Teile des Alten Testaments) der Fall. In vielen Bibelübersetzungen finden sich deshalb im Anhang einige Karten abgedruckt, die dir einen groben Überblick geben. Besser ist es, sich einen größeren Bibelatlas zuzulegen, der meistens auch historische Informationen zu den entsprechenden Landkarten (auch für kriegerische Ereignisse) liefert.
Zu empfehlen ist Barry J. Beitzel: Großer Atlas zur Bibel (den es leider nur noch antiquarisch gibt) und ein kleiner Brunnen Bibelatlas. Viel lernen kann man auch von Johanan Aharoni / Michael Avi-Yonah: Der Bibel Atlas. Geschichte des Heiligen Landes mit kommentierendem Text; Ebenfalls Carl G. Rassmussen: Historisch-Geografischer Atlas zur Bibel.
Im Internet kann ich empfehlen die Webseite von Assaf Zeevi, besonders seine interaktive Karte Biblische Spuren mit Erklärungen zu vielen biblischen Orten https://www.assafzeevi.com/biblische-spuren-virtuell/.
Im Bibeltext tauchen oft Begriffe auf, die du kennst und meinst, sie verstanden zu haben, zum Beispiel Buße, Heiligung, Erlösung, Prophet. Wenn du sie aber erklären sollst, wirst du in Schwierigkeiten kommen. Auch die verschiedenen Übersetzungen helfen dir hier kaum, du brauchst ein biblisches Wörterbuch.
Zu empfehlen ist Brockhaus Biblisches Wörterbuch, herausgegeben von Fritz Grünzweig, Jürgen Blunck, Martin Holland, Ulrich Lapple, Rolf Scheffbuch. Hier werden die Worte zunächst in ihrer Bedeutung erklärt, dann ihr Vorkommen in der Bibel und dann der Begriff heute. Zu empfehlen ist auch Stefen D. Renn / Michael Dennstedt: Exegetisches Wörterbuch zur Bibel. Hier werden die Begriffe von den biblischen Sprachen her erklärt. Geordnet ist das Buch aber nach den deutschen Begriffen. Deshalb werden oft verschiedene hebräische oder griechische Begriffe als Synonyme zur Erklärung desselben deutschen Wortes eingefügt. Am Schluss folgen jeweils kurze sprachlich-theologische Hinweise.
Biblische Begriffe im Internet siehe bei Punkt 7.
Die biblischen Bücher sind in einem Zeitraum von etwa 1500 Jahren niedergeschrieben worden, angefangen von den Mosebüchern bis zur Offenbarung, die Johannes, der Jünger des Herrn, niedergeschrieben hat. Viele der biblischen Bücher versteht man nur dann, wenn man den zeitgeschichtlichen Rahmen ihrer Entstehung kennt. Für die zeitliche Einordnung findet man in vielen Bibelausgaben grobe Zeittafeln zum Alten und Neuen Testament. Hilfreich dazu ist auch ein Bibelleseplan im historischen Kontext. So etwas sollte jeder verwendet haben, bevor er überhaupt mit dem Bibelstudium anfängt, denn die biblischen Bücher hängen alle zusammen und folgen einer heilsgeschichtlichen Linie.
Zu empfehlen dafür ist Karl-Heinz Vanheiden: Endlich mehr Durchblick. Im Anhang findet man eine kurze Chronologie für die Entstehung der biblischen Bücher. Wesentlich ausführlicher ist Karl-Heinz Vanheiden: Bibel-Chronik. Die Bibel im historischen Kontext. Diese Chronik ist streng nach Zeit- und Heilsgeschichte geordnet. Im Zentrum findet man eine Evangelienharmonie und im letzten Teil die Geschichte der Bibel in der nachapostolischen Zeit bis zum Jahr 380 n.Chr. als das Christentum Staatsreligion wurde.
Für viele biblische Bücher wird schon im Text selbst ein Verfasser angegeben. Das betrifft vor allem Psalmen, Propheten und Briefe. Bei anderen, vor allem geschichtlichen Texten, wurden schon in den Zeiten der Kanonbildung (siehe Punkt 6) Namen überliefert. Bei anderen Texten muss es bei Vermutungen bleiben. Damit beschäftigen sich Autoren, die über Einleitungsfragen nachdenken müssen. Siehe dazu Punkt 7. In manchen Bibelausgaben findet man einen kurzen Text vor jedem biblischen Buch. Vor allem in den sogenannten Studienbibeln kann solch ein Einleitungstext, der gleichzeitig inhaltliche Angaben und Textgliederungen enthält, einige Bibelseiten in Anspruch nehmen.
Zu empfehlen sind vor allem die John Mac Arthur Studienbibel, auch die Ryrie Studienbibel, die Precept Neue induktive Studienbibel, in denen auch andere Fragen beantwortet werden.
Manchmal entsteht die Frage, ob alle abgedruckten Bibelbücher wirklich von Gott gegeben, also kanonisch, das heißt maßgebend, für uns sind. Möglicherweise fehlen auch Bücher. Das sind die Fragen nach der Kanonbildung: Wie kam es zu den heute verbindlichen Texten der Bibel? Spätestens nach Erfindung des Buchdrucks entstand die Frage zur Reihenfolge der Bücher in unseren Bibeln.
In dem neu erschienenen und empfehlenswerten Buch Hilbrands, Walter (Hrsg). Bedeutung und Botschaft des Alten Testaments beschäftigt sich gleich das erste Kapitel mit dem Kanon – natürlich nur mit dem des Alten Testaments.
Im Internet sind die Texte meistens kürzer. Zu empfehlen ist Wilhelm Johannes Ouweneel: https://www.fbibel.de/wie-entstand-der-biblische-kanon-a11738.html. Ähnlich ist der Beitrag Geistlicher Felsen: https://www.geistlicher-felsen.de/der-kanon-der-bibel. Der Beitrag von Evangelium 21. Michael Kruger: https://www.evangelium21.net/media/4370/der-kanon-der-bibel enthält auch Hinweise auf einige verwandte Beiträge zum Kanon, zur Reihenfolge der biblischen Bücher und „Das biblische Bibelverständnis“.
Die ersten Antworten auf irgendwelche Fragen an die Bibel findet man in einem Bibellexikon. Diese Bücher geben Auskunft über Personen, Geschichte, Archäologie, Geografie und Theologie der Bibel. Dazu meist Fotos, Karten und Diagramme.
Zu empfehlen ist das Lexikon zur Bibel, herausgegeben von Fritz Rienecker, Gerhard Maier, Alexander Schick, Ulrich Wendel. Ähnlich Das große Bibellexikon in zwei voluminösen Bänden herausgegeben von Helmut Burkhardt, Fritz Grünzweig, Fritz Laubach, Gerhard Maier. Eine Fundgrube ist auch Paul Lawrence: Der große Atlas zur Welt der Bibel. Herausgegeben von Alan Millard, Heinrich von Siebenthal und John Walton. Die Darstellung beruht auf dem Text der Bibel unter besonderer Berücksichtigung der archäologischen Einsichten und einigen außerbiblischen Textquellen.
Umfassende Auskünfte findet man auch in Bibelkommentaren. Das sind die Ergebnisse jahrelanger eigener Bibelstudien oder Gemeinschaftswerke mehrerer Autoren. Hier sollte man alles finden, was oben angesprochen wurde und dazu Auslegungen der biblischen Texte. Zu empfehlen sind die EDITION C Bibelkommentare zum Neuen Testament in 25 Bänden. Inzwischen gibt es auch mehr als 10 Bände zum Alten Testament. An weiteren wird gearbeitet. Sehr hilfreich waren mir die Reihe Hänssler-Bibelwissen: Das Alte Testament erklärt und ausgelegt (3 Bände), ebenso das Neue Testament (2 Bände). Hier findet man alle wesentlichen Dinge zu jedem Bibelbuch. Wer tiefer in Bibelstudien einsteigen will, dem sei die neue wissenschaftliche Reihe Historisch Theologische Auslegung (HTA) empfohlen, die inzwischen auch mehr als 11 umfangreiche Bände umfasst. Leicht zu lesen ist der Wiersbe Kommentar in 5 Bänden zum Alten und Neuen Testament mit seinen lebensnahen Erklärungen und Anwendungen für die Glaubenspraxis.
Natürlich findet man auch im Internet Hilfen und Kommentare. Bei www.bibelkommentare.de findet man neben Kommentaren, Bibellexikon, Fragen und Antworten und Studienbibel sehr viel gutes Material. Ebenso CROSSLOAD https://crossload.org/. Das ist eine sehr große und gut sortierte Online-Bibliothek zum Hören, Lernen und Lesen.
KI-Systeme sind nur so gut wie die Daten, mit denen sie trainiert wurden. In Bezug auf Bibelstudium sind in allgemeinen Chatbots wie ChatGPT natürlich auch Daten von liberalen Theologen, Sektierern oder Atheisten enthalten. Für ihre Verarbeitung benötigt es Algorithmen, die sie sortieren. Die Ergebnisse sind aber nur Wahrscheinlichkeiten. Das macht sie anfällig für Fehler. Aber KI-Modelle lernen und entwickelt sich weiter. Was heute zuverlässig erscheint, kann morgen durch veränderte Daten oder neue Rahmenbedingungen auch unbrauchbar werden. Wichtig bleibt immer die eigene Überprüfung. Stimmen die Ergebnisse mit deinem bisherigen Wissen und Bibelstudium überein?
Auch im christlichen Bereich gibt es KI-Modelle. Zum Beispiel hat der ERF Bibleserver einen Chatbot NIKODEMUS.AI im Angebot, über den man Fragen stellen kann. Ebenso gibt es seit 2022 einen Israel Chatbot HalloIsraelnetz. Inzwischen habe ich einen Bibel.Chat (2.0) entdeckt, der wohl eine bibeltreue Basis hat.
Wie erkennen ich ein schadhaftes Werkzeug?
Im Internet ist das besonders schwierig. Da gibt es zum Beispiel eine attraktive Seite, die Evangeliums.net heißt, auf der viele gute Artikel von anderen Webseiten zusammengehäuft wurden, die aber seit Jahren von einem Atheisten betrieben wird. Siehe dazu meine aktualisierte Stellungnahme https://www.derbibelvertrauen.de/blog/achtung-taeuschung.html. Aber alles, was KI noch ordnet, steht irgendwo im Internet in seiner sektiererischen oder bibelkritischen Form alleine da und kann Schaden anrichten.
Schadhafte Werkzeuge erkenne ich nicht in der guten Aufmachung und dem wissenschaftlichen Anstrich, sondern vor allem in der Stellung zur Bibel als dem offenbarten Wort Gottes. Sehr wichtig ist die Stellung des Kommentars zu Jesus Christus, dem einen und einzigartigen Sohn Gottes von der Jungfrauengeburt bis zu seiner leibhaftigen Auferstehung und Himmelfahrt. Man sollte schauen, ob die biblischen Wunder, die geschichtlichen Texte als wirkliche Geschehen von der Schöpfung an beschrieben werden und Weissagungen bis zum letzten Buch der Bibel sich erfüllt haben oder noch erfüllen werden. Kurz: Wenn die biblischen Aussagen in Frage gestellt werden, muss man sehr aufpassen, dass man sich an solch schadhaften Werkzeugen nicht selbst verletzt.

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